Der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist das Santuari de Lluc – Santuari wohlgemerkt und nicht Monastir – es handelt sich hier um ein Heiligtum und nicht um ein Kloster. Das Heiligtum wird von Patres verwaltet. Es gibt ein Internat, ein Museum, eine Herberge, Restaurants und eine sehr schöne Barockkirche mit dem Ehrentitel Basilika, in der die schwarze Madonna verehrt wird, die nach einer Legende von einem konvertierten maurischen Jungen gefunden wurde und auf wundersame Weise zweimal an diesen Ort zurückkehrte, so dass eine Kapelle zur Verehrung gebaut wurde. Von den Einheimischen wird sie sa Morenita, die kleine Dunkelhäutige, genannt.
Der Gebäudekomplex liegt in einer Ebene, die von mehreren über 1000 Meter hohen Bergen der Serra de Tramuntana umgeben ist. Eine wunderschöne Wandergegend, geprägt von schroffen Karstformationen und schattigen, immergrünen Steineichenwäldern.
Die aus dem Karstgestein herausgelöste Figur eines Kamels (Es Camell) ist eine der bekanntesten Steinsformationen in der Umgebung des Klosters und Ziel vieler Wanderer und Ausflügler.
Ein paar Ergänzungen aus meiner Handy-Kamera:
Ciutadella ist ein wirklich schmuckes „Städtchen“, so die Übersetzung des Namens. Wir laufen in den tief eingeschnittenen Hafen ein und gehen im hintersten Teil an einem der neuen Schwimmstege des kommunalen Hafens längsseits. Bis zum letzten Jahr haben hier noch die Fähren nach Mallorca festgemacht. Die hohe Brücke steht noch immer hinter der Steganlage, die Büros und Wartehallen sind verwaist.
Liegeplätze gibt es im November zu Genüge. Wir funken den Hafenmeister an, der uns dann persönlich in Empfang nimmt und auf die vielen freien Boxen weist. An den neuen Schwimmstegen liegt man bequem mit kleinen Seitenstegen statt an Mooringleinen.
Die Altstadt hat spanisch-maurischen Charme. An der Stelle des alten Rathaus oberhalb des Hafens stand einst der Alcazar, in dem der Alcaide residierte. Die Kathedrale stammt aus dem 14. Jahrhundert. Wir schlendern durch die Gassen, nehmen auf einer der Plaças eine Caña und freuen uns über die gute Auswahl an Restaurants, die selbst diejenige der Hauptstadt Maó in den Schatten stellt. Ciutadella gefällt uns – hier werden wir bestimmt nicht das letzte mal sein. In einem Gewölbekeller essen wir typische Inselgerichte: Ente, mallorcinische Kohlsuppe, Tomatensalat und Ofengemüse. Ein gelungener Abend.
An der Hafeneinfahrt zur Bucht von Fornells entdeckten Archäologen Reste einer frühchristlichen Siedlung, die um 900 wieder verlassen wurde. Das Dorf selbst soll auf das Jahr 1625 zurückgehen. Jetzt leben hier ca. 500 Einwohner und im Sommer eine Menge Touristen, die die angeblich besten Langusten des westlichen Mittelmeeres wegessen. Selbst König Juan Carlos soll hier zum Langustenessen vor Anker gegangen sein. Das einzig geöffnete Restaurant im November macht keinen einladenden Eindruck, so dass wir eine selbst zubereitete Mahlzeit an Bord bei einem Glas menorquinischen Rotwein einnehmen.
Die Fahrt hierhin war ruppig und mit drei Meter Wellen unruhiger als am ersten Abend. Diesmal bleibt aber alles beisammen und alle sind wohlauf. Vielleicht war es doch das fruchtbare, oder furchtbare, Essen aus Fertilia.
Dietmar unerschrocken!
Wir erwandern einen gut 18 Kilometer langen Abschnitt des rund um die Insel führenden Camí de Cavalls, einem erst vor kurzem rekultivierten, ehemaligen Pferdeweg, von unserer Marina bis Es Grau. Der kleine Ort liegt am Rande eines Naturschutzgebietes gleichen Namens, der das Kernstück des UNESCO Biosphärenreservats Menorca bildet – über 40% der Insel stehen unter Naturschutz.
Und wieder eine etwas späte Ergänzung aus meiner Handy-Kamera:
Seit ca. 1600 v. Chr. setzte die Talaiot Kultur ein. Der Name rührt von den turmartigen Gebäuden aus Trockenmauerwerk troncocónica, ca. 10 Metert hoch und 10 Meter im Durchmesser. Vermutlich wurden sie zur Kontrolle der Umgebung gebaut. Um sie herum finden sich höhlenartige Behausungen.

Eine griechische Landschildkröte bewacht die kreisförmig angelegte Siedlung.