Marcel, 06. 01. 2010

Nach stürmischer Fahrt bei 7bf von achtern erreichen wir am Dreikönigstag Rhodos. Der erste Anlegeversuch rückwärts gegen die 7bf an den Steg zu kommen waren erfolglos. Der Umgang mit dem langen Kiel erfordert noch etwas Übung. Wir finden aber einen freien Platz, an dem wir längsseits gehen können.

Am Dreikönigstag wirkt die Stadt wie ausgestorben. Lediglich einzelne Läden in der ansonsten verwaisten Altstadt haben geöffnet, in denen einsame alte Leute vergeblich auf Kundschaft warten. Wir streifen durch die Gassen auf der Suche nach einem geöffneten Restaurant und finden lediglich am Hafen einen schwimmenden Glaskasten, in dem hippe Griechen Cocktails schlürfen. Laurence Durrell schreibt im Herbst 1945 in einem Brief an Henry Miller: „Die winzige Insel besteht aus einer Masse kleiner Winkel, die mit Mauern und Gärten kunstvoll eingefriedet sind und mit purpurner Bouganvillea wild überwuchert sind – ein bisschen zu absichtlich so zurechtgemacht. An der Hafenfront gibt es jedoch nicht eine einzige Taverne oder einen Obststand. Langweilige Fassaden öffentlicher Bauten, alle in riesenhaftem Maßstab, imitiertes Mittelalter, erheben sich in den Himmel.“

Am nächsten Morgen mache ich noch ein paar Fotos des Großmeisterpalastes. Eigentlich war ich auf dem Weg zum Tax-Office um die für Griechenland nötigen Formalitäten zu erledigen. Dieses hat aber eher willkürlich ausgelegte Öffnungszeiten, so dass uns die Hafenpolizei auch ohne Stempel weiterfahren lässt.

Marcel, 06. 01. 2010

Um 01:30h am Morgen werden die Leinen los gemacht. Wir haben ca. 70sm auf dem Weg nach Rhodos vor uns.

Marcel, 05. 01. 2010

InKaş klarieren wir aus. Zunächst geht es zum Hafenamt, dann zum Zoll, zur Polizei und wieder zum Hafenamt. Nach einer Stunde habe ich die Prozedur hinter mir. Wir haben die Stempel in den Pässen und dürfen offiziell ausreisen.

Ein letzter Blick auf die kleinasiatische Küste. In nur wenigen Minuten sind wir in europäischen Gewässern. Na ja, zugegebener Maßen werden wir Kleinasien noch in den nächsten Monaten vor der Nase haben…

Einklarieren in europäische Gewässer. Wir setzen die gelbe Flagge Q (An Bord ist alles gesund, ich bitte um freie Verkehrserlaubnis) und machen uns auf den Weg zum Hafenamt. Zoll gibt es hier nicht. Auch keinen Hafenarzt. Der Polizist wird vom Hafenamt angefordert und kommt in zwanzig Minuten mit einem Geländewagen die Schotterpiste angerumpelt. Wir liegen mit Chulugi direkt vor einem weißen Blechcontainer, in welchem die Polizeistation aufgehoben ist. Ein Seecontainer? Nimmt die nächste Fähre die Polizeistation wieder mit?