Zwei São Jorge?

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Nach unserer abgekürzten Levada-Wanderung hatten wir Zeit, uns auf dem Rückweg einen Ort in den Bergen anzuschauen und einer Restaurantempfehlung zu folgen.

Wir lasen noch während der Autofahrt nach, was dieser Ort uns zu bieten hätte und da stellten wir fest, dass es einen ‘versunkenen’ ursprünglichen Fischerort São Jorge gibt, der nun aus Ruinen besteht. Das hörte sich interessant an, also zunächst den Ursprung besuchen, bevor es anschließend in das obere ‘neue’ Arco de São Jorge, so wie es sich heute den Besuchern präsentiert, gehen sollte.

Unser Reiseführer weiß zu berichten, dass es sich bei dem in Ruinen liegenden Dorf um die älteste Fischersiedlung an der Nordseite der Insel handelt. Nach verheerenden Überschwemmungen seien die Bewohner in eine höher gelegene und damit sichere Region umgezogen und haben dort das neue São Jorge gegründet.

Das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Sowohl die Überschwemmungen als auch dass man deswegen so weit nach oben (!) auswandert und dann Bauer statt Fischer wird. Darüber hinaus las ich irgendwo nach, dass die direkt am Wasser liegenden großen Ruinen ehemals eine Fabrik für Zuckerrohr waren, was mir durchaus einleuchtet, schließlich waren Zuckerrohrprodukte die wichtigsten Einnahmequellen bzw. Exportgut der Insel.

Der verlassene – um genauer zu sein, halbverlassene – Ort am Meer war für uns eine schöne Überraschung. Wenn ich nicht irre, heißt er eigentlich Calhau. Eine kleine sich in die Landschaft gut einfügende Brücke ging über einen (zur Zeit) kleinen Bach und verband so die eng beieinander stehenden Bergflanken eines engen Talkessels. Auf der rechten Seite fügt sich ein kleiner aber sehr adrett wirkender Schwimmbad gut in die Felslandschaft ein. Zwei Naturwasserbecken sind für jeden umsonst zugänglich und liegen sehr reizvoll vor der Kulisse des ewig tobenden Meeres an der Nordseite der Insel.

Für mich war das das kleine Highlight von Madeira.

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Und nun ein kleiner Sprung in die Höhe nach Arco de São Jorge, gegründet im 16. Jh. Benannt übrigens nach den Bergformationen, die an einen Bogen (Arc) erinnern.

Kirche aus dem 18. Jh. Dazu kann ich nichts besonderes berichten (bei einem Erdbeben um 1748 zerstört und wieder aufgebaut).

Dahinter aber zwei Entdeckungen:

1. Das unscheinbare “Loch” in der Hausmauer eröffnet einen Einblick in den hauseigenen Wasserkanal, eben eine Levada, die direkt ins Haus, wahrscheinlich in die Küche, führt!

2. In der Hütte hinter der Kirche verbirgt sich ein wunderbares Restaurant. Verspeist wurde Zicklein und ein traditionelle Suppe im Brotlaib (die ich eigentlich exakt so bereits aus Polen als eben Altpolnische Armeleutespeise kenne).

Ach ja, und da gab es neben der Kirche und über den “Tabak-Laden” mit den Figurinen den riesen großen Papageien.

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Hier haben wir unerlaubterweise – oder einfach nur zum Entsetzen der Bedienung – einer Katzenfamilie unsere opulenten Essensreste angeboten.

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