Marcel. Skipper, Navigator, Koch, Bordingenieur

Das Mitelmeer war ihm quasi in die Wiege gelegt. Angeblich gezeugt an der Costa Brava und schon als Kind in regelmäßigen homöopathischen Dosen von seinen Erzeugern vom Mittelmeer abhängig gemacht. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine auf lange Zeit geplante erzieherische Strategie handelte, um den Zögling für die Schönheit der mediterranen Landschaft, die reichhaltige Kultur und nicht zuletzt für die Weite des Meeres zu sensibilisieren. So erschien es nur als konsequenter Schritt mit dem eigenen Schiff das Mittelmeer zu bereisen – zunächst das Mittelmeer…

Der Skipper achtet auf sein Schiff und die Crew. Er trifft die Entscheidungen. Er lässt sich gerne beraten und macht dann doch meistens das, was ihm richtig erscheint. Auch wenn sich der eingeschlagene Weg später doch nur als suboptimale Lösung erweist. Es fällt ihm aber schwer dies zuzugeben und begründet darum später seine Entscheidung mit halbgaren Argumenten. Wenn an Backbord und Steuerbord schon weißes Wasser die Sicht zum Horizont versperrt, findet er noch den Weg durch die Barre. Leichte Grundberührung macht ihn dann nicht nervös. Oder er zeigt es nicht. Bei ablaufendem Wasser in der Hafeneinfahrt einzuschlicken macht auch ihm keinen Spaß aber er arbeitet mit ruhiger Hand am Freikommen des Schiffes, und trägt den Vorfall unter der Rubrik Nautisches oder Erfahrungen ins Bordbuch ein.

Der Koch bereitet nach langer Überfahrt und gelungenem und vom IO abgenommenen Ankermanöver (siehe unten) köstliche vietnamesische und thailändische Suppen, mediterrane Fischeintöpfe, indische Currys, Tagliatelle mit Gambas und grünem Spargel, marokkanischen Cous Cous Salat und macht auch gerne mal ein Glas Pesto auf. Auch der Weinkeller (oder die Weinbilge) wird mit den Rebsäften der bereisten Regionen bestückt.

Auf den Wanderungen werden frische Wildkräuter gesammelt: Lorbeer, Thymian, Rosmarin, Salbei, Lavendel. Oder auch Orangen, Zitronen und Kaktusfeigen.

 

Joanna. 1. Offizier (IO), zuständig für Kunst und Kultur, erweitert ständig die Bordbibliothek

Die erste Offizierin (IO) an Bord bestimmt den Bordalltag. Ihr geschultes Auge und ein angeborenes nautisches Verständnis sehen sofort, dass alle anderen Schiffe im Hafen einen besseren Liegeplatz haben, weniger nächtliche Geräusche verursachen und deutlich weniger schaukeln. Der Skipper nimmt diese Hinweise dann mit dem Hinweis entgegen, dies sei normal und man könne da nichts dran ändern und legt sich selig zur Ruhe, während die Fallen am Mast schlagen und Türen der Schaps im Seegang auf und zu schlagen. Auch die Haltekraft des Ankers und der vom Skipper gewählte Ankerplatz werden von der IO skeptisch geprüft, bevor sich die Mannschaft nach getaner Arbeit dem Müßiggang zuwenden kann. Hier beginnt allerdings die Arbeit des Kochs (siehe oben).

Aus der umfangreichen Bordbibliothek werden während der Zubereitung der oben erwähnten Köstlichkeiten durch den Koch die Bücher über Kunst und Kultur der besuchten Orte gewälzt. Die IO hat für den nächsten Tag mindestens drei Wanderungen zur Auswahl. Und wenn nicht mindestens 500 Höhenmeter überwunden werden müssen um auf den Rand eines Vulkankraters zu gelangen so gibt es bestimmt im näheren Umkreis des Liege- oder Ankerplatzes eine ganze Reihe von vorchristlichen Nekropolen oder antiken Ausgrabungen zu besichtigen – natürlich in Verbindung mit einer kleinen Wanderung (siehe unsere Rubrik Wandern).

 

Nico. Bordhund

Nico ist ein Viringo, ein peruanischer Nackthund. Zur Zeit der Inka waren die possierlichen Nackis die Hunde der oberen Klassen, die im Schatten der Orchideen gehalten wurden und darum auch unter Orchideen-Hunde bekannt sind. Sein Name leitet sich vom Heiligen Nikolaus, dem Heiligen der Seefahrer ab. Bei Wiki heißt es: „Peruanische Nackthunde gehören zu den Hunderassen vom Urtyp und haben sich daher einige ursprüngliche Verhaltensweisen bewahrt. Die Hunde sind aufmerksam, intelligent, selbstsicher, unabhängig und verträglich. Sie binden sich eng an ihre Besitzer. Fremden Menschen gegenüber reagieren sie oft eher zurückhaltend, aber nicht ängstlich oder aggressiv. Windhundtypisch sind Peruanische Nackthunde im Haus sehr ruhig und anpassungsfähig, aber auch wachsam.“

 

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