Stone Town, Zanzibar I

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Es gibt Orte, dessen Zauber verfliegt, wenn man einmal da ist. Sansibar, Zanzibar oder Unguja, wie die Insel hier heißt, ist so ein Ort. Sansibar hatte in meiner Vorstellung noch einen Rest der Aura aus Tausendundeiner Nacht. Die Insel war legendärer Ausgangspunkt für die großen Afrika-Expeditionen. Im Dezember 1856 erreichten Richard Francis Burton und John Hanning Speke die Insel Sansibar, um von hier ins Innere Afrikas aufzubrechen, auf der Suche nach den Quellen des Weißen Nils. Einige Jahre später folgte David Livingstone. Im Gegensatz zu Burten, der sich zwischen Indien und Südamerika in jedem, noch so winzigen Drecksloch wohl fühlte, war es nur weit genug weg von Großbritannien, fand Livingstone Sansibar ziemlich schrecklich. In der Nacht ist es so eklig und krass, man könnte eine Scheibe schneiden und den Garten damit düngen. Es könnte eher Stinkibar als Sansibar genannt werden. Das trifft zwar heute eher noch auf Kilindoni, Mafia, als auf Stone Town zu, doch kommt in Sansibar Stadt auch ohne den Gestank für mich nicht richtig Atmosphäre auf. Ganz nett. Sehr touristisch. Die engen Gassen vollgepackt mit Afrika-Nippes und Plunder. Die alten Mauern bestehen aus porösem Korallenstein und Mangrovenholz und sind mit Kalkmörtel verputzt. Das klingt nach kurzer Halbwertszeit und sieht auch so aus. Die Gebäude halten sich gegenseitig aufrecht. Freistehende Wände müssen gestützt werden. Dabei steht Stone Town als Weltkulturerbestätte unter dem Schutz der UNESCO. Das Geld, das die Touristen mitbringen, fließt anscheinend nicht in den Erhalt dieses einzigartigen Ortes.

Aber ich will mich nicht wirklich beschweren. Wir werden Stone Town auf jeden Fall noch einen zweiten Besuch abstatten.

Erfreulich ist, dass uns ein Brief aus Deutschland mit wichtigen Dokumenten erreicht hat, der drei Monate per DHL Priority Mail nach Knysna, Südafrika, gebraucht hat. Dort angekommen, waren wir aber schon auf dem Indischen Ozean unterwegs. Den Brief hatten wir bereits abgeschrieben. Ein Freund eines Freundes hat den Brief dann per Flugzeug von Südafrika nach Sansibar mitgenommen und dort für uns in einem Spirituosenladen außerhalb von Stone Town hinterlegt. Dort bin ich mit dem Tuk-Tuk hingerumpelt und hielt ihn endlich in den Händen. Juhu! Das erinnert mich irgendwie an unsere Wassermacher-Membran, die von Deutschland über die USA nach Brasilien missgeleitet wurde und nach vielen Monaten endlich in Cabo Verde ankam, als wir aber schon in Gambia waren. Wir mussten den ganzen südamerikanischen Kontinent bis nach Buenos Aires segeln, bis uns das Paket endlich eingeholt hat.

Unser Ankerplatz an der Landspitze von Stone Town.
Überraschend groß ist der Kontainerhafen von Stone Town. Ich verbringe einen halben Tag mit der Rennerei auf dem Hafengelände und frage mich von Büro zu Büro über notwendige Permits und Anmeldeprozeduren durch, doch ohne Erfolg. Immerhin habe ich im Fährterminal bei der Immigration die für Sansibar notwendigen Einreisestempel erhalten, die von den Verbündeten am Festland müde lächelnd ignoriert werden.
Banana man sleeping. Auf dem Markt, downtown Stone Town.
Supermärkte sucht man in Stone Town vergebens.
Gelbe Taschen. Aussparung der Mitte.
#rödeltechnik I
#rödeltechnik II
Sonderunterstützung: Viele alte Häuser würden einfach umkippen. Haus und vorbei. Es werden wenige Anstrengungen unternommen, das Kulturgut zu bewahren.
Die engen Gassen vollgestopft mit Plunder aller Art.
Hier und da findet man Ecken, die noch den Einheimischen zu gehören scheinen.
Das Africa House beherbergt ein chinesisches Restaurant.

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