Saint Bridget’s Cross

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Einer alten irischen Tradition folgend zeigt uns Brendan, der auf den Spuren seines Namensgebers, des Heiligen Brendan von Brandon, Irland (vermutlich auch) auf die Kanaren segelte, in Landestracht das Flechten von St. Bridget-Kreuzen aus Binsengräsern.
In Irland versammelt man sich in der Nacht des 31. Januars in Häusern und Bars zu geselliger Runde. Brendan zeigt uns das Flechten der Kreuze. Man beginnt mit einem halben Binsenzweig in der einen Hand. Mit der anderen knickt man einen ganzen Zweig in der Mitte ein und legt den halben mittig in den Knick. Der nächste Zweig, wieder geknickt, „verschließt“ den letzten im 90-Grad-Winkel. Die weiteren Zweige folgen jeweils in einer Drehrichtung immer um 90 Grad bis man die gewünschte Größe erreicht hat. Zum Schluss werden die vier Stäbe des Kreuzes jeweils mit einem Binsenzweig abgebunden und die Enden beschnitten.
Zur Tradition gehört ein einfaches Kartoffelpüree mit Milch und Frühlingszwiebeln als Geschenk für die Gäste. Die Straßenmusiker, die zur Unterhaltung eingeladen wurden, sind mehr am Wein und am Kartoffelpüree interessiert, was etwas schade ist, da die Stimmung sich wenig lockert. Zu Mitternacht müssen die Kreuze fertig sein, denn um 12 Uhr klopft es von außen an die Tür. Die Gesellschaft ruft „Who´s there?“, – doch niemand antwortet. Ein zweites Mal klopft es und wieder ertönt die Frage „Who´s there?“, auf die auch dieses Mal niemand antwortet. Erst beim dritten Rufen hört man von draußen eine Stimme… „It´s Bridget“. Die Tür wird geöffnet und Bridget kommt herein und segnet die Kreuze, sowie eine Holzschale mit Stofffetzen, die über Nacht nach draußen gestellt wird. Die Kreuze werden über den Eingängen der Häuser zu deren Schutz aufgehangen. Die Kreuze des Vorjahres beschützen die Tiere. Die Seeleute, deren Heilige Bridget ist, nehmen zum Schutz von Schiff und Crew die Stoffe mit auf See wenn sie das nächste Mal rausfahren.
Der Heilige Brendan unternahm der Sage nach zwischen 565 und 573 mit zwölf Gefährten eine Seereise auf den Atlantischen Ozean auf der Suche nach einem heiligen Land im Westen (Siehe Atlas der legendären Länder: Von Atlantis bis zum Garten Eden). Dabei soll er auf die nach ihm benannte und auf einigen mittelalterlichen Karten verzeichnete Brendaninsel gestoßen sein. Neben anderen Abenteuern verwechselte der Heilige und seine Crew den Fisch Jasconius mit einer Insel. Damals erlebte man noch Abenteuer.
Unser kleiner Heiligenschrein ist um ein St. Bridget-Kreuz reicher. Neben Buddha, Ganesha, Christophorus, Nikolaus, und der Jungfrau vom Schnee nun also auch Brigitte, beziehungsweise ein von ihr gesegnetes Kreuz.

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