Nachtrag nicht nur für Kunsthistoriker – Ermita de la Peña

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Ein Nachtrag von mir, da Marcel im Moment sich mehr in Yoga engagiert als kunsthistorisch lückenhafte Beiträge zu ergänzen.

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Wenn man sich fragt, was das für eine kleine Brücke und Höhle unterhalb der kleinen Kapelle ist (siehe Eintrag von Marcel zum Barranco), so ist man ein aufmerksamer Bildbetrachter! Diese Höhle ist der eigentliche Ort des Wunders oder der Erscheinung, die sich im 15. Jh. ereignete. Ein Ordensbruder der Franziskaner – der spätere Abt Diego de Alcalá und der einzige Heilige der Kanaren – verlief sich in dieser Gegend und kam nicht heim ins Kloster, so der Anfang einer der zahlreichen Varianten der Sage um die allerheiligste Skulptur der Insel. Ein anderer Franziskanerbruder machte sich auf die Suche nach ihm und fand ihn schließlich mithilfe von Hirten schenkeltief im Wasser des Barrancos kniend und mit gefalteten Händen eine Steinwand anbetend. Als er schließlich aufstand, konnte man sehen, dass seine ‚durchnässte‘ Kleidung vollkommen trocken war. Man war natürlich verwundert und suchte nach der Ursache. Er aber wies sie an, in dem Fels zu graben, und bald schon legten seine Begleiter eine Alabasterstatuette von 30 cm Höhe frei, eine Madonna mit dem Christuskind. Man stellte sie an Ort und Stelle auf und baute ihr einen improvisierten Unterstand und einen Altar, die “Felsenkapelle”. Schnell spracht sich dieses Wunder herum, andere Wunder folgten, und schon bald bildeten sich Pilgerscharen auf dem Weg zu der recht schwer erreichbaren Felskapelle. Ich frage mich, ob es damals auch schon so viele “Betreten-Verboten-Schilder” gab wie sie uns auf dem Weg begegneten.

Das, was uns so höhlenartig und seltsam umfriedet erscheint, ist also die Originalstätte des ersten Wunders, der Auffindung und baldiger Verehrung der Gottesmutter, die seit 1675 den offiziellen Status einer Inselheiligen hat. Erst später baute man ihr eine etwas besser zugängliche Kapelle, wo sie dann aufgestellt wurde. Das ist dann die von uns besichtigte Ermita de la Peña. Nun kommt aber das Verwirrende. Laut Beschreibung soll sich die Skulptur in dieser Ermita (=kleine freistehende Kapelle) befinden. Die Ermita selbst habe einen Renaissance-Frontispitz und eine kuppelartige achteckige Mudéjar-Decke und Säulenschiffen etc. etc.. Wie man unschwer auf den Fotos erkennen kann, hat “unsere” Kapelle nichts von dem. Wo ist also die bedeutsame Statue der Inselpatronin? So bedeutsam, dass sogar der General Franco hierhin pilgerte. Und wo ist der Fußabdruck des heiliggesprochenen Ordensbruders und Abtes, der die Madonna auffand? Wir haben beides nicht gefunden.

Die Figur ist im übrigen aus dem 15. Jh. und wahrscheinlich französischen Ursprungs. Sie soll die älteste erhaltene Skulptur der abendländischen Kunst auf den Inseln sein, nachdem die älteste Figur, die Guanchen 1390 fanden, im Jahr 1826 verschwand.

Als wir den ausgetrockneten Barranco hochwanderten, stellte ich mir die Kolonne mit Franco und einem Geistlichen (?) oder seiner Ehefrau und einem der obersten Inselvertreter (?) vor, wie sie so die staubige heiße Piste nach oben gingen. Google gab uns für diesen Weg ca. 20 Minuten an, wir haben eineinhalb Stunden gebraucht.

Und hier noch mein Lieblingsrabe und zwei weitere “Suchbilder”, die wir auf der Suche nach der Kapelle fanden.

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