Durch den Barranco de las Peñitas zur Felskapelle

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Von der ehemaligen Hauptstadt der Insel Betancuria fahren wir über eine kurvenreiche Straße an staubigen und felsigen Hängen zu dem kleinen Weiler Vega Río de Palmas. Ein fast trockener salzhaltiger Bach auf dieser Insel „mit wenig Wasser und wenig Bäumen, außer in einem reizenden Tal voller wilder Palmen“ (Torriani, 1590) gab dem Ort den etwas euphemistischen Namen Auenfluß der Palmen. Von dort hat man einen Einblick in den Barranco de las Peñitas, an dessen schmalster Stelle von oben die kleine weiße Felsenkapelle Ermita de la Peña zu erkennen ist. Und tatsächlich findet man hier einige Palmen, Büsche und Sträucher, die freiwillig hier zu wachsen scheinen. Die Namensgeber von Las Vegas scheinen den gleichen Sinn für Ironie gehabt zu haben. Unten im Tal finden wir einen Lehrpfad mit beschilderten Pflanzungen, der zeigen soll was theoretisch hier wachsen könnte, wenn nicht Tourismus und Tourismus die Natur immer weiter in eine unwegsame Bergschlucht zurückdrängen würde und auch die Kulturlandschaften, wie Wein- und Ackerbau so gut wie verschwunden wären. (Ganz nebenbei. Wir fragen uns immer wo die vielen kanarischen Bananen, Tomaten und der Wein herkommen. Denn 90% aller Anbauflächen sind wüst und trocken, die Bananenterrassen verwildert.)
Da der Zugang zum Barranco am Ende der Straße, die von Vega Río de Palmas nach unten führt, ist wie so häufig in Spanien gesperrt und mit Schildern versehen, die auf private Jagdgebiete hinweisen. Wir fahren also um den gesamten Barranco herum und wandern von unten zu der kleinen Kapelle hinauf. Zwischen Felsen und an den Hängen begegnen wir kleinen Pelztierchen, die teilweise sogar sehr nahe herankommen. Es sind Atlashörnchen aus dem nahen Afrika (keine Streifenhörnchen). Eine Lehrpflanzug am Eingang zum Tal zeigt in abgesperrten Parzellen was hier theoretisch alles wachsen könnte. Viele der Pflanzen sieht man am Wegesrand allerdings nicht. Im Barranco kommen wir dann vom Weg ab und klettern über die im Frühling wohl nassen und glatten, jetzt aber gut begehbaren Felsplatten zur Kapelle hinauf. Es scheint ein wirklich viel frequentiertes Wander- und Pilgerziel zu sein. In den vielen Gästebüchern finden wir Eintragungen aus aller Herren Länder, manchen berichten, dass Sie schon zum vierten Mal an diesem Ort wären. Natürlich tragen auch wir uns ein, räumen ein wenig auf und kehren den Boden mit einem Reisigzweig, der zu diesem Zweck in einer Ecke lehnt.
Über den offiziellen Wanderweg geht es dann zurück zum Auto.

 

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  1. Joanna

    Marcel, Du hast die Legende um die Kapelle vergessen. Die mit der aufgefundenen Madonna, die dann doch nicht mehr in der Kapelle war, und wir sie stundenlang suchten, weil es eine Namensverwirrung bezüglich der Kirchen gab. Wo ist also das wichtigste Heiligtum der Insel, zu dem sogar auch Franco pilgerte?
    Glücklich, wer Gemälde ‚lesen‘ kann, denn das große Bild, dass vergessen und verwittert in dem Kapelsche steht, zeigt die ganze Geschichte um die Madonna und ihren jetztigen Aufenthaltsort (den wir schließlich fanden). Bitte unbedingt nachtragen.
    Und der Rabe muss auch noch rein. Der, der um die Pelztierchen kreiste.
    Ach ja, es fehlt noch ein ganzer Beitrag von Dir :)