Itaparica

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Endlich angekommen! – So fühlt man sich in Itaparica. Obwohl die Insel nur zwei Stunden Fahrt vor der lärmenden Großstadt Salvador auf der anderen Seite der Bucht liegt und mit mehreren Fährverbindungen und einer Brücke für alle gut zu erreichen ist. Itaparica ist ein Dorf. Im Ankerfeld liegen vielleicht zehn Schiffe, am Strand sieht man einige wenige Spaziergänger, die Promenade ist fast menschenleer, und die Skyline von Salvador von hier nicht zu sehen.

Das Ankerfeld vor Itaparica bei Sonnenuntergang…
…und der Blick vom Schiff zum Dorf.
Der kleine Ort ist ganz nach unserem Geschmack. Wir haben unsere Ruhe und trotzdem gibt es eine überschaubare (touristische) Infrastruktur. Einige Bars und Restaurants, zwei Eisdielen, die immer geschlossen sind, kleine Supermärkte und gute Obst- und Gemüseläden. Wir treffen Jochen, einen Deutschen, der auf Itaparica hängen geblieben ist und schon seit Jahren hier wohnt. Er erzählt uns, dass im Sommer schon ein bisschen mehr los sei und dass er einmal in der Woche nach Salvador fahre, um etwas unter die Leute zu kommen. Wir haben aber nichts gegen ein verschlafenes Wochenendnest in der Nachsaison und genießen die Atmosphäre.
Das seltsame Gebilde rechts im Wasser ist eine Anlage zum Entmagnetisieren von Schiffen. Wir wussten bisher nicht, dass man soetwas braucht. Die Anlage ist nicht mehr in Betrieb und gehörte ehemals zum militärischen Equipment, sonst wären wir mal durchgefahren und hätten alles entmagnetisiert, einschließlich Kreditkarten und Festplatten.
Die Bedienung unser Strandbar (immer gut gelaunt) in der es angeblich die beste Moqueca gibt, einen Fischeintopf mit Kokosmilch von dem noch zu berichten sei.
Gesichtet in einem Innenhof. Nixe oder die Meeresgöttin Yemanja des Candomblé?
Heruntergekommener kolonialer Charme in den Gassen des historischen Teils Itaparicas.
Das beste aber in Itaparica ist ein Brunnen, dessen Wasser man eine verjüngende Wirkung nachsagt. Ganz offensichtlich hilft es nicht beim Abnehmen. Selten sahen wir so viele sehr dicke Menschen wie hier.
Der Quellort liegt direkt hinter der Marina. Die Einheimischen kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit, um ihre Flaschen zu füllen und einen Schnack zu halten. In der Bar am Brunnenplatz gibt es leckere Teigtaschen, die Pasteis (Joannas Favorit „pizza“), kaltes Bier und Caipirinha. Hier macht sich übrigens keiner die Mühe, das Eis zu zerkleinern (crashen). Bevor wir von hier aufbrechen, werden wir am Steg noch unseren Wassertank mit dem Wunderwasser füllen, das sogar in der Marina aus der Leitung kommt.

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Verträumte Blicke auf eine köstliche Teigtasche Pastei „Pizza“.

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Tomy und Steffi, Marcel und Jochen, Nico und diverse Dorfhunde. (Der große vorne rechts ist der Chef. Er ist entspannt, muss aber trotzdem aufpassen, dass es Nico nicht zu wild mit seinen Weibchen treibt.)

2 Responses

  1. Thorsten

    Schiffe entmagnetisieren – hört sich spannend an. An der Uni haben wir Gauss-Spulen, um unsere Experimente zu entmagnetisieren. Die Spule ist ganz witzig, da sie brummt und vibriert, wenn man sie in Betrieb nimmt. Ganz zu schweigen von dem Funkenschlag im Schalter. Unsere Spule ist aber nur so groß, dass man ein Flaschenboot entmagnetisieren könnte. Bei Wiki habe ich noch gefunden, dass man vor allem militärische Boote entmagnetisiert. Die Gefahr, dass Ihr Euch eine Magnetmine einfangt, ist hoffentlich gering. Ist bei Euch eine Militärbasis?

    Wenn Eure Handys sich induktive Laden lassen, wäre allerdings wahrscheinlich wenigstens der Akku voll. Man könnte auch gleich noch ein paar Nudeln kochen – wenn man induktionsfähige Töpfe hat. Vielleicht erschließen sich für den Boot-Entmagnetisierer hier ganz neue Anwendungen …

    Ansonsten: Schön zu wissen, dass Ihr wieder festen Boden unter den Füssen habt.

    Thorsten :-)

    • Marcel

      Über die Gefahr der Mangnetminen haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht. Und das bei einem Stahlschiff! In Albanien sind wir schon durch Gebiete gefahren, die als vermint in der Seekarte markiert waren. Wir haben entschieden, dass das Kartenmaterial auf alten Militärkarten basierte und abgesehen von Fischern, die mit Dynamit um sich geworfen haben, gab es anscheinend keine Gefahren.