Copacabana und Ipanema

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Mit Katia, die hier in Rio lebt, treffen wir uns an der Metro Station Cardeal Arco Verde. Von dort sind es nur ein paar Meter zum berühmten Copacabana Palace, dem prächtigsten Hotel an dem bekanntesten Stadtstrand der Welt. Sonntags sind in Rio die Uferstraßen, sowohl in der Guanabara Bucht, als auch in den am Atlantik gelegenen Stadtteilen Copacabana und Ipanema für den Autoverkehr gesperrt. Als das Hotel 1923 eröffnet wurde, standen in der Nachbarschaft nur wenige Villen. Erst in den folgenden Jahrzehnten explodierte das Stadtviertel. Appartementhäuser wurden nur wenige Jahre nach dem Bau bereits wieder abgerissen und durch höhere Häuser ersetzt. Wer es sich leisten konnte, zog und zieht immer noch in eines der luxuriösen Hochhäuser mit Meerblick, Pool, Pförtner, Tiefgarage, Räumen für die Angestellten und nicht selten Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach.

Das Copacabana Palace, inspiriert vom Negresco in Nizza und dem Carlton in Cannes.
Katia, Nico und Marcel am berühmtesten Stadtstrand der Welt.

 

Ein wahrer Anachronismus ist eine kleine Fischerkolonie am Ende der Copacabana am Posto 6 (Die Postos sind die Posten der Life-Guards wie die Balnearios am ‚Ballermann‘.) Neben Fitnessgeräten, Volleyballfeldern und Surfbordverleihern hängen die Netze zum trocknen. Die Fischer schlafen auf den Bänken und ruhen sich von der Arbeit auf dem Meer aus. Es gibt sogar einen kleinen Verkaufsstand. Dahinter auf der Landzunge steht ein Fort von 1914 zu dessen Gunsten eine kleine Kapelle weichen musste, die die Heiligenfigur Nuestra Senhora de Copacabana beherbergte, die vom Titicacasee in Bolivien hierher gelangte und dem Ort einen neuen Namen gab. Sacopenapan, wie der Ort ursprünglich hieß, geht auch nicht so gut über die Zunge und läßt sich nicht so gut besingen. Es heißt so viel wie Der Weg der Sócos, einer hier heimischen Rheierart. Der neue Name bedeutet Wacht über den See oder Aussicht ins Blaue und er passt ja auch viel besser, zumal die Vögel bestimmt nicht mehr hier leben. In einer modernen Kirche gleichen Namens kann man eine Replik der Figur besichtigen. Das Original wurde aus der Stadt in die Provinz verbannt, auf das Schloss São Manuel in Correias, nördlich von Petrópolis.

Die Fischerkolonie am südlichen Ende der Copacabana.
 
Oben rechts die Replik der berühmten Heiligenfigur Nuestra Senhora de Copacabana in der gleichnamigen Kirche.

 

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Die Kirche Nuestra Senhora de Copacabana 1905. Heute steht dort das Fort.

 

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Die Copacabana um 1910…

 

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…und um 1930. In der Bildmitte das Copacabana Palace Hotel.

 

Hinter der Landzunge beginnt Ipanema, der noblere Nachbar von Copacabana (noch nobler, mit den meisten Gourmetrestaurants Rios wird es ein Stück weiter westlich in Leblon), der spätestens seit Antonio Carlos ‚Tom‘ Jobims Bossa Nova Hit The Girl from Ipanema (im Original Garota da Ipanema) zu Weltruhm gelangte und heute nach Leblon mit den zweithöchsten Immobilienpreisen Rios aufwarten kann. Wir schlendern vorbei an Tom Jobim in Bronce und der Bar Garota da Ipanema, in der der berühmte Song (oder zumindest die Idee dazu) geboren wurde.

Antonio Carlos ‚Tom‘ Jobim in Bronce.
Ipanema, Leblon und ganz links am Hang die Favela Vidigal.
Die zwei Garotos da Ipanema.
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