Barranco de Guayadeque

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An einem schönen sonnigen Tag – eigentlich waren die meisten Tage schön und sonnig – fuhren wir an den „Ort des des fließenden Wassers„, den Barranco de Guayadeque. Die Namensgebung der Altkanarier weist darauf hin, dass es sich um einen besonderen Ort handeln muss, zumal um einen besonders fruchtbaren Ort. Eine vermutlich mit europäischen Infrastrukturmitteln zur Erschließung unterentwickelter Regionen finanzierte frisch geteerte Straße führt zunächst zu dem kleinen Weiler Bermeja Cuevas, eine von noch wenigen übrig gebliebenen Höhlensiedlungen mit echten Höhlenwohnungen, Höhlenrestaurants, Höhlenläden für Souvenirs und Inselerzeugnissen, sowie einer Höhlenkapelle. Die Höhlenbewohner, „Los Picapiedra“, waren freundliche Leute, die uns, vermutlich gegen einen Obolus, sofort einluden, ihre Wohnhöhlen zu besichtigen. Wir hatten ausreichend Fantasie, um uns einen als Wohnzimmer eingerichteten Felsüberhang vorzustellen, zumal wir ähnliches schon im Barranc de Biniaraitx bei Soller gesehen haben und lehnten dankend ab. Dafür kauften wir im Höhlenlädchen ein Glas Honig aus dem Barranco. (Bienenstöcke sahen wir tatsächlich viele.) Einige Ausgrabungen altkanarischer Siedlungen und Grabhöhlen, inklusive Mumien sollte es im Centro de Interpretación zu sehen geben. Dieses schien aber dauerhaft geschlossen. Subventionen versickern in Spanien schnell.

Am Ende der Straße gab es zwei weitere Höhlenrestaurants mit ausreichender Kapazität um sonntägliche spanische Großfamilienausflüge aufzunehmen. Dazu später mehr. Zunächst starteten wir hier unsere Wanderung durch den Barranco. Nach einem staubigen Anstieg über eine steinige Piste gelangten wir auf ein Wegstück mit Mandel- und Olivenbäumen, die zum Großteil nicht mehr bewirtschaftet wurden. Die Einzigen Bewohner des Barranco, die hier noch arbeiteten, schienen die Bienen zu sein, denn die Felder waren wüst, die Mandel- und Olivenbäume verwildert und die schönen Trockenmauern dem Verfall überlassen. Nur einem Trupp Forstarbeiter der Wald- und Wiesenbehörde begegneten wir beim Nichtstun und Rumlungern wie zuvor einem Trupp Arbeiter, die vermutlich die Aufgabe hatten vor einer Kapelle abzuhängen. Die Besichtigung der Kapelle war extra zu diesem Zweck mit Flatterband gesperrt worden. Man hätte diese bescheidenen Arbeitskräfte sinnvoll bündeln können, um die vielen verfallenen Trockenmauern wieder aufzurichten.
Unter einem der verwilderten Olivenbäume (interessanterweise kurz zuvor beschnitten, also doch nicht so verwildert – die meisten Früchte waren abgeerntet) breiteten wir unser Picknick aus. Im Anschluss pflückten wir die restlichen Oliven und wanderten weiter entlang des Barrancos, in dessen Verlauf, kurz vor dem Anstieg zum Rand der Caldera de los Marteles, uns bellende Hunde aufhorchen ließen. Wie so häufig in Spanien werden diese angekettet und mit wenig Schatten und Nahrung auf verlassenen Höfen zurückgelassen. Joanna formulierte später eine Mail an eine Tierschutzorganisation auf Gran Canaria. Vermutlich konnten wir aber nicht viel erreichen.
Vom Rand der Caldera de Marteles hatte man einen schönen Blick in die Ebene des Kraters, die früher zum Getreideanbau genutzt wurde. Die Parzellierungen der Felder waren noch gut zu erkennen. Doch auch hier schien das Land brach zu liegen.
Auf dem Rückweg stand die Sonne schon tief und die Landschaft änderte ihren Charakter. Die Hänge des Barrancos waren mit scharfen Schatten gezeichnet, das Tal lag in warmen Nachmittagslicht. Am Parkplatz angekommen besuchten wir eines der Höhlenrestaurants. Es gab natürlich deftige Fleischeintöpfe und Gegrilltes vom Zicklein.IMG_4900.JPG

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