Ayamonte

Eingetragen bei: Andalusien, Segelroute, Spanien | 2

… Ankunft am frühen Abend gegen 19:00. Netter resoluter Engländer und ein Spanier haben uns beim Anlegen gegen den Wind und etwas viel Geschwindigkeit geholfen und sich gegen wieder einmal unfähige Marineros durchgesetzt. So haben wir das Manöver ohne Schrammen überstanden… Danach gab es etwas Zeit, um sich auszuruhen und ein schnelles Abendessen an Bord zu sich zu nehmen. Gegen 21:00 waren wir dann bereit, um uns das Städtchen anzusehen.

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Ayamonte … angeblich ein kleiner verschlafener Ort in Spanien an dem Grenzfluß Guadiana – auf der anderen Seite des trägen (nur scheinbar) und breiten Flußes in Sichtweite Portugal. Alle von uns konsultierten Hafenführer, ob in deutsch oder englisch, sowie auch ein Seglerbericht in Trans Ocean, machen mehr oder weniger folgende Angaben zu dem spanischen Ort:

– klein und vom Tourismus wenig berührt, nur von den Grenzportugiesen frequentiert. Unsere Bekanntschaft damit sagt: falsch. Bereits Do. Nachmittag war der Ort propenvoll. Alle Tische samt Bestuhlung standen in den Gassen (soweit sehr mediterran, wenn auch nicht mehr am Mittelmeer). Ohrenbetäubender Lärm aus allen Kehlen, schreiende und tobende Kinder, die zusätzlich überall noch Animation zum “Spielen” (=schreien und toben) bekamen. Die Kinder und sich selbst anschreiende und überschreiende Erwachsene, Musik(-lärm) wahlweise live oder von der CD. Wir kamen uns wie auf dem Rummelplatz – zumal die Kinder auch Luftballons und ähnlichen Kirmesschnickschnack trugen, von Müttern über dem Gully zum Pinkeln hochgehalten wurden und sowieso alles recht rummelig mit viel Essen und Trinken zuging.

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Am nächsten Tag konnten wir unser Erfahrung zu der Marina erweitern: schwellfrei? sicher? Jain hierzu: Schwellfrei daher nicht, weil rücksichtslose Motorbootfahrer trotz Geschwindigkeitsbeschränkung von 3 kn mindestens mit 5 kn und mehr durchbrettern, was z.T. enorme Wellen schlägt. Bisher haben wir mittelstarken Wind von 10 bis 15 kn jeden Abend und immer von der Seite; es pfeift manchmal ganz schön. Außerdem natürlich zwei mal am Tag den Gezeitenstrom und den Strom vom Fluß… jetzt im Sommer ist es ok, aber ob das im Winter so sicher ist, wenn die Stürme und das Wasser gleichermaßen zunehmen, das wissen wir nicht?

Wir machten einen erneuten Ausflug in das Städtchen, das nun am heißen Vormittag um einiges ruhiger war. Zunächst Kirche, dann essen:

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Ein Brief an Jesus (noch nicht aufgemacht; bestimmt nur Kerzenrechnung):

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Fischrogen leicht gebraten: P1010462

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Und nun ein paar unvermeidliche Worte zum Bauwahnsinn, Umweltschutz und Desinteresse:

– vor 10 Jahren war offenbar gleich neben der Marina ein ausgedehntes Flußdelta mit Marschlandschaft und einer alten freistehenden Kirche: Das ist seit einigen Jahren Vergangenheit. Richtig ist, dass das riesig große Areal planiert, zubetoniert und zu einer im Dreck, Staub und Müll wuchernden Neubausiedlung kurzerhand umdisponiert wurde. Ein schmaler Streifen Marschland erlabt dem Fluss, ein wenig im Plastikmüll zu plätschern. Das war unserer Spaziergang zum ehemals Ayamonte vorgelagerten Fischerdorf, wo nun einige Fischerbaracken und Spelunken sich gegen die Einvernahme durch Neubausiedlungen behaupten. Protzige Autos kontrastieren Baracken und halbverhungerte Pferde, die auf einem staubtrockenen Areal Erde in sengender Sonne stehen. Kinder spielen mit Styroporflößen unter einer Schnellstraßenbrücke… Vor läppischen 10 Jahren war das alles nicht nur hier noch nicht, sondern auch rechts und links des Ortes.

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Und überall mit von der Partie: der Nico

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2 Responses

  1. Susanne Bauch

    Hallo Ihr Zwei,
    ganz liebe Grüße aus Köln. Eure Bilder sehen ja herrlich aus, toll. Da kommt man ganz schön ins Schwärmen ;-), wobei auch ich sagen will, dass ich einen fantastischen Urlaub mit Heike (aus dem Neptunbad) in den spanischen Pyrenäen hatte. Es entsteht auch bei mir wieder die große Lust, auszuwandern oder ins Ausland zu gehen…wer weiß ;-))

    Ich grüße euch auf alle Fälle ganz lieb und herzlich aus KÖLLE und wünsche euch weiterhin eine tolle Reise!

    Ganz liebe Grüße,
    Susanne

    • Marcel

      Hallo Susanne.

      Vielen Dank. Wir freuen uns, dass Du uns auf unserer Reise begleitest und über Grüße aus Köln. Vielleicht sind unsere Beiträge ja eine Motivation, wieder aufzubrechen.

      Bis bald. Shanti und Ohm.

      Marcel