Auf alten Palmzapferpfaden

Eine Spezialität auf Gomera ist neben dem leckeren Bienenhonig der Palmhonig. Wir wandern auf alten Palmzapferpfaden und finden einige Palmen die gerade „in Betrieb“ sind. Einige Palmarten, darunter die Dattelpalme, aber auch die Kokospalme, produzieren beim Austreiben einen süßen Saft, den Blutungssaft guarapo (ein lateinamerikanisches Wort für Zuckerrohrsaft). Zur Gewinnung werden in der Krone die Blätter abgeschlagen. Anschließend wird die Stelle abgeschabt. Jede Nacht über einen Zeitraum von einigen Monaten bluten die Palmen mehrere Liter Saft aus. Dieser wird am Morgen eingesammelt, da er vom Sonnenlicht schnell zersetzt wird. Der aufgefangene Saft wird aufgekocht und zu einem Sirup verarbeitet, der unserem Rüben- oder Ahornsirub ähnlich ist. Wir haben den Saft aus der Krone probiert. Sehr süß mit einem leicht muffigen Geschmack (vermutlich durch die intensive Sonne).

Wenn die Palme keinen Saft mehr liefert, wird die Blutungsstelle verschlossen. Die Palmen benötigen danach einige Jahre um sich von dem Aderlass zu erholen und neue Nährstoffe zu bilden.

Außer zum Süßen soll der Saft auch eine desinfizierende Wirkung haben und bei Halsentzündungen helfen.

 

 

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