Zu Hause bei José Saramago

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Ein Zufall führte uns ins Haus des 2010 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers José Saramagos. Im Büro der Marina fanden wir eine Broschüre und wurden so erst darauf aufmerksam, dass Saramago hier auf Lanzarote gelebt hatte. Als Anfang der Neunzigerjahre der damalige Kulturstaatssekretär Portugals Saramagos Roman Das Evangelium nach Jesus Christus von der Kandidatenliste für den europäischen Literaturpreis strich, ging Saramago und seine aus Andalusien stammende Ehefrau Pilar del Rio aus Protest ins Exil nach Lanzarote, wo die Familie seiner Frau ein kleines Stück Land besaß. Ein Teil seiner Familie lebt noch immer in einem Teil des Hauses. Pilar del Rio öffnete nach seinem Tod im Jahre 2010 das Haus für Saramagos Bewunderer. Die Führung ist sehr persönlich und war sicherlich schon jetzt ein Höhepunkt auf Lanzarote. Seine Tagebücher aus dieser Zeit, die Cadernos de Lanzarote, sind leider bisher nicht ins Deutsche übersetzt worden.

 

Die Cadernos de Lanzarote liegen zur Zeit leider nicht auf Deutsch vor.

 

 

Die Orden der Intellektualität. Saramago kaufte sich zu seinen Lebzeiten nicht einen einzigen Mont Blanc. Die Füllfederhalter sind Geschenke von Bewunderern, Freunden und Verlegern.

 

 

Auf den Teppich aus schwarzem Lavagestein war Saramago besonders stolz. Nico hat er auch gut gefallen. Wir danken noch einmal den Angestellten der Fundacion, dass Nico mit hinein durfte. Saramogo hatte auch zwei Hunde, so konnte man unseren Bub nicht außen vor lassen.

 

Saramago hatte selten jemanden an der Tür abgewiesen. Häufig wurden auch Gäste, die lediglich eine Widmung oder ein Autogramm wünschten, zu einer Tasse (portugiesischen!) Kaffee in die Küche eingeladen. Diese Tradition wird noch heute weitergeführt.

 

 

Die Bibliothek wurde erst späteren Jahren im Haus der Stiftung Jose Saramago auf der anderen Straßenseite gebaut. Den tausenden von Büchern erging es zuvor wie unseren eigenen: Sie fristeten ein Dasein im Keller. Seine Frau witzelte, dass es einfacher war, ein Buch neu zu kaufen, als es vergeblich in einer der Kisten zu suchen. Die Ordnung der Bibliothek folgt persönlichen Kriterien – häufig nach Autoren der Länder oder Kulturkreise. Eine Ausnahme bildet die Tatsache, dass alle von Frauen verfassten Bücher alphabetisch zusammen stehen.

Ein schönes Detail zum Schluss war ein Brief, der durch einen Briefbeschwerer gehalten auf dem Schreibtisch der Bibliothek lag. Er war an José und seine Frau adressiert und kam aus Köln.

 

 

  1. Werner Sadlowski

    Guten Morgen Lanzarote,

    Grüße aus Westerholt von Claudia und Werner. Die ca. 26 Füllfederhalter auf dem Bild haben mich veranlasst meine Bestände zu prüfen … und siehe da, ich komme dem großen Literaten ganz nahe. Frauen nach dem „Alphabet“ finde ich auch gut.

    herzliche Grüsse