The Smiling Coast of Africa – Bye, Bye to The Gambia

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Gambia – „das heißt, jemand, der sich vorübergehend von der Welt verabschieden will, weiß jetzt, wohin er fahren muss.“, schreibt der damals einundvierzigjährige Cees Nooteboom und notiert, dass Queen Victoria niemals dort war, das Land jedoch in einer Ferndiagnose als „such a darling little place“ bezeichnete. Das war 1975, also vor ungefähr 40 Jahren. Der Schriftsteller, ein Vielreisender, ein Langsamreisender und Abenteurer ist nur zufällig in Gambia gelandet, nachdem ihm für die spanische Sahara kein Visum ausgestellt wurde. Auch uns hat, zu meinem vierzigsten Geburtstag, der Zufall in dieses kleine Land geführt. Gambia? Why not. Let´s go to Gambia!

Dass man sich in Gambia von der Welt verabschiedet, ist lange her. Man empfängt sie mit offenen Armen, einem freundlichen Lächeln und jede Menge Hilfsbereitschaft – The Smiling Coast of Africa ist der Slogan der Tourismusbranche des Landes. Und abgesehen von unserer Begegnung der dritten Art mit dem Wachpersonal des State House, das uns der Spionage bezichtigte, konnte ausnahmslos jede und jeder, dem wir begegneten den offiziellen Slogan bestätigen.

Das Land ist arm und so ist es selbstverständlich, dass für die von allen Seiten angebotene Hilfe, sei es beim Einkauf, beim Einklarieren, beim Ankern und Anlanden, bei der Ortsbesichtigung, beim Transport von Wasser und Diesel, usw. eine kleine Entlohnung erhofft wird. Doch bekamen wir auch oft Dinge geschenkt – In einem Laden in Kau-ur überreichte mir der Besitzer eine ganze Tüte voll geschälter Erdnüsse, mindestens ein Kilo. In Lamin bekamen wir soviel Ost und leckere Pampelmusen geschenkt, dass wir nicht anders konnten, als doch noch ein wenig dafür zu bezahlen (vermutlich Taktik). Die Fischer, sicherlich am untersten Ende der Einkommenstabelle, gaben uns mehrfach kleinere Fische als Geschenk, oder gaben uns noch einen Fisch und Krabben auf die gekaufte Menge dazu. Der Bäcker in Bintang gab mir jedes Mal eine Handvoll Erdnüsse, wenn ich bei Ihm Brot kaufte – für Nico, der so gerne Erdnüsse knackt!

Zugegeben, die vielen Kinder um einen herum, gehen mir langsam auf die Nerven. Toubab! Toubab! und Nico! Nico! Nico! Rufe aus zwanzig oder dreißig Kehlen. Doch sind die meisten kleineren von ihnen bis 14:00h in der Schule und so hat man zumindest morgens halbwegs seine Ruhe. Ich versuche mich in yogischer Gelassenheit, was zuweilen zu innerer Verkrampfung führt. Ohren zu und durch. Wir sind nun mal die Attraktion mit unserem bunten Hund.

Und außerdem, die nächsten Wochen werden wir alleine sein zwischen Nord- und Südatlantik, zwischen Afrika und Südamerika. Über zweitausend Meilen (gute viertausend Kilometer) Wasser um uns herum und noch viel mehr unter unserem Kiel.