Sagres – Das Ende der (bekannten) Welt

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Wir liegen am Ende der (bekannten) Welt vor Anker. Eine hohe Steilklippe zeichnet hier eine scharfe Linie zwischen Europa und der Weite des Ozeans. Oben auf dem Sockel ducken sich die Überreste der Fortaleza de Sagres in der windumtobten, kargen Landschaft. Heinrich der Seefahrer hatte hier im 15. Jahrhundert seinen Sitz. Dom Henrique, O Infante oder O Navegador war zwar niemals selbst zur See gefahren, aber als weltlicher Führer und Administrator des einst mächtigen Christusritterordens versammelte er an diesem Ort die wichtigsten Kosmologen, Astronomen und Nautiker seiner Zeit zu geheimen Konsultationen mit Fernwirkung. Mächtige Mauern teilen das gesamte Felsplateau vom Land, das sich wie ein Schiffskörper ins Meer schiebt, dessen entscheidende Funktion, die physikalische Verdrängung der Wassermassen und aller Hindernisse hier symbolisch erfahrbar wird. Die Verdrängungsleistung der Schiffsrümpfe wurde hinter dem Horizont in Landnahme übertragen. Und seit einigen Jahren durch die Masse von Beton auch diesseits der Kimm, denn im Licht der im Westen untergehenden Sonne leuchten nicht nur Heinrichs Ruinen, sondern auch die Burgen der Tourismusindustrie.

Hinter den wuchtigen Festungsmauern sieht man ein kreisrundes Steingebilde mit 43 Metern Durchmesser. Eine vermeintliche Windrose, eine rosa dos ventos, die aber nicht in die üblichen 32, sondern in 42 Kreissegmente unterteilt ist. Außer einer kleinen Kapelle aus dem 16. Jahrhundert gibt es noch schöne Aussichten auf die umliegenden Buchten und Steilküsten.

Pünktlich um 12 knurrt uns der Magen und wir machen uns von diesem symbolischen und geschichtsträchtigen Ort auf zum Hafen von Sagres, nach Baleeira. Dort empfängt uns laut Reiseführer „das (!) Fischlokal von Sagres“. Und tatsächlich bekommen wir zwei ausgezeichnete Fischeintöpfe und vorweg einen Käse aus Kuh- und Ziegenmilch.

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Das (!) beste Lokal:

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