“Die Glückseligen”

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Die Kanarischen Inseln sind ein Archipel unweit der westafrikanischen Küste (Marokko, Sahara) von unzweifelhaft vulkanischem Ursprung. Die letzen großen vulkanischen Aktivitäten, die sechs Jahre lang andauerten, fanden auf Lanzarote statt und zwar in den Jahren 1730/31-1735/36 und dann noch als ordentlicher Nachschlag 1824. Der Vollständigkeitshalber noch erwähnt: 1909 gab es einen Vulkanausbruch auf Teneriffa, der allerdings nicht die verheerende Kraft hatte wie die auf Lanzarote.

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Diese wenigen spitzen Bergkuppen umgeben vom tiefen Wasser, das sind die Inseln des Archipels. Unglaublich, welch andere, gewaltige Landschaft sich einem eröffnet, betrachtet man den Meeresboden so zu sagen ohne das Wasser darüber.

Man nimmt an, dass sich die Eruption über sehr lange Zeit zunächst unter Wasser abspielte, wobei Magma aus dem Erdinneren herausgeschleudert wurde und erkaltete. Nach und nach wuchsen diese Unterwasserberge bis sie dann die Oberfläche erreichten. 95 Prozent der Vulkanberge, die die Inseln ausmachen, liegen demnach unter Wasser und nur fünf Prozent oberhalb. Man muss sich das deutlich vor Augen führen: die Landentstehung durch Magmaauswurf direkt aus der Tiefe des flüssigen Erdkerns bestand auf Lanzarote seit der erdgeschichtlichen Zeit vor Millionen von Jahren bis ins heutige 18. Jh. hinein.

Sagen und Wahrheiten

Sagenbildung gehört zu den Kanarischen Inseln seit Anbeginn ihrer Entdeckung wesentlich dazu. Die erste stammt aus der Zeit der Phönizier, die letzten von der Touristenindustrie. Die Phönizier – wir sprechen hier von einer Zeit um 1100 bis 100 v. Chr. – suchten im Atlantik (unteranderem) nach den sagenumwobenen “Makaron nesoi”, nach den “Inseln der Seligen”, jenen Ruheinseln der Götter, auf denen sie ihren wohlverdienten Alterssitz einnahmen. Offenbar sahen zu diesem Zeitpunkt die Kanaren noch nicht so ‘verwüstet’ aus wie heutzutage, denn die Phönizier schlossen es nicht aus, dass zumindest eine gewisse Ähnlichkeit zu den Götterinseln bestand. Sie nutzten die entdeckten Kanareninseln jedenfalls schnell zum Raubbau aus, indem sie von dort den begehrten roten Farbstoff bezogen.

Die Touristenindustrie in der modernen Zeit arbeitet im wesentlichen mit der gleichen Sage von den Inseln der Glückseligen, indem sie den potenziellen kaufkräftigen Besuchern eine naturnahe Erholung in bizarrer Landschaft und an göttlichen Stränden im ewigen Frühling anpreist. Aus den ehemaligen Göttern wurden die modernen Touristen.

Anzunehmen ist, dass die Kanaren den Afrikanern, namentlich den Berbern, gleichwohl seit langem bekannt waren, und dass diese wahrscheinlich auch die ersten Siedler stellten, die Urbevölkerung der Kanaren also, die man fälschlicherweise die Guanchen nennt.

Berühmt waren die Inseln damals schon für ihre Pflanzenwelt, für die Flüsse, die schiffbar gewesen sein sollten, die Früchte, den begehrten Saft des “Drachenbaums” (man erinnert sich: durch Abholzung ganze Wälder auf Porto Santo unwiederbringlich vernichtet) und nicht zuletzt wohl für die besonders hohen, alten und sehr gerade gewachsenen Bäume, erwähnt wurden aber auch die Vögel und einige andere Tiere, die eher darauf hinwiesen, dass die Guanchen Nutztiere hatten (Zeigen).

Schließlich wurden die Kanaren sowohl von dem berühmten griechischen Geographen Strabon (64 v.Chr. – 19 n.Chr.) als auch von dem Alexandriner, Mathematiker und Astronom, Klaudios Ptolemaios (85-160) eindeutig bezeichnet und geographisch zugeordnet worden. Ptolemaios (Ptolemäus) legte in seiner “Geographischen Anleitung zur Anfertigung von Landkarten” als erster den Nullmeridian durch die Kanarischen Inseln (Ferro), die er “Fortunatae Insulae” nannte.

Irgendwann geriet dieses Archipel für beinahe tausend Jahre in Vergessenheit. Ja, anders kann man sich das nicht vorstellen. Zumal im Mittelalter so einiges ‘vergessen’ worden ist. Man wusste zwar, dass es sie gab – schließlich waren sie spätestens seit dem 13. Jh. auf Seekarten verzeichnet –, und wo sie ungefähr zu suchen waren, aber dennoch musste man sie erst wiederentdecken. Das hatte zum Teil rechtliche Gründe, denn nach dem damaligen Recht hatte der ‘Erstentdecker’ auch einen Anspruch auf Besitznahme, sofern das Land nicht christlich war oder bereits einem christlichen Herrscher gehörte. Soweit natürlich die Theorie, die der Praxis häufig unterliegt.

Wie so häufig, so musste das Interesse an dem Unternehmen der Wiederentdeckung erst geweckt werden, und das geht wie immer am besten mit dem Hinweis auf Reichtum ohne eine besondere Anstrengung. Schon bald kristallisierten sich zwei Rivalen heraus: die Kronen Portugals und Spaniens. Obwohl die christlichen Erstentdecker sicherlich zuerst die Genuesen waren, so spielten sie in den politisch-wirtschaftlichen Rangeleien um die Vorherrschaft der Inseln offenbar keine Rolle.

Von einem nicht weiter zu kennzeichnenden Historiker oder Berichterstatter namens Boccaccio (1330-1375) wissen wir, dass 1341 Portugal eine Expedition zu den atlantischen Inseln unter einer genuesischen Führung aussandte. Sie brachten, so Boccaccio, “4 Menschen, Fischtran, Robbenfelle, rotes Färbholz [….], Baumrinde zum Rotfärben, rote Erde und ähnliche Dinge”. Es ist das erste erhaltene Zeugnis über die auf den Kanaren lebenden Menschen, die nackt gewesen sein sollten und “durch ihre Sitten und Gewohnheiten Wilden ähnelten”.

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Weitere (gescheiterte) Expeditionen prägen das 14. Jh. der Eroberungsversuche und Ausbeute der Inseln. Unter den “Expeditionen” sind Beutezüge zu verstehen, die Menschenraub, Gewürzabbau, Rohstoffe etc. für die europäischen Märkte – Lissabon oder Sevilla – bedeuteten. So wurden die Altkanarier einerseits durch die europäischen ‘Expeditionen’, andererseits durch die arabischen Piraten bedroht.

Im Grunde hat sich dieser Zustand bis ins 18. Jh. hinein kaum verändert. Piratenüberfälle prägten das Leben der Kanarier auch dann noch, als sie längst von den Spaniern unterjocht wurden. Die totale Unterwerfung geschah aber erst in den 1990er Jahren bis heute durch die Abhängigkeit von dem Tourismus.

Ein Name gewinnt an Bedeutung für die koloniale Geschichte des Archipels. Es ist der Normannen-Franzose Jean de Béthencourt, dem es 1402 gelang, Lanzarote als erste der Inseln einzunehmen. Er war auf der Suche nach der begehrten Färberflächte Orseille, die er auf den Kanaren fand und sich das Handelsmonopol sicherte. Da die französische Krone an seinem Unternehmen kein Interesse hatte, fragte er bei dem kastilischen König Enrique III. um Unterstützung an und bot ihm im Gegenzug die eroberten Inseln als Lehen an. Die spanische Krone nahm das Angebot an. Béthencourt eroberte bis Januar 1404 Fuerteventura und am Ende des Jahres auch El Hierro. Danach brachte er 160 männliche und 29 weibliche französische Siedler auf diese Inseln. Im weiteren Verlauf der Geschichte gingen die Inseln in unterschiedliche verwalterische Hände über bis schließlich Béthencourts Neffe sie an Portugal verkaufte.

Die nicht unterworfenen Inseln Gran Canaria, La Palma und Teneriffa gehörten zum Teil per Gesetz privaten spanischen Inselherren, die ihre Rechte schließlich 1477 an die katalanischen Katholischen Könige verkauften. La Gomera gehörte seit 1468 zum Teil Portugal und zum Teil Spanien an.

Ab 1477 fanden erbitterte Kämpfe auf den Kanarischen Inseln statt, so z.B. fünf Jahre lang auf Gran Canaria, zwischen den Altkanariern und den spanischen Truppen. 1493 und 1496 vielen schließich die Insel La Palma und Teneriffa teils durch Verrat, teils durch spanischen Wortbruch endgültig an die spanische Krone.

Dass Portugal in diese Entwicklung schließlich doch noch einwilligte, lag an dem berüchtigten Vertrag von Tordesillas, das von Spanien und Portugal unterzeichnet wurde, um die Gebiete der noch zu entdeckenden Welt untereinander aufzuteilen (natürlich nicht ohne Einspruch anderer Länder wie England und Frankreich): Der katalanische Papst Alexander VI. Borgia bestimmte 1494 eine Demarkationslinie, die etwa 1770 km westlich von Kap Verden verlief und die Gebiete (entdeckte und unentdeckte) östlich davon der portugiesischen Krone zusprach (Brasilien, Afrika, China), hingegen die andere Seite (Nordamerika, Südamerika) an die spanische Krone viel. Um diese Verschiebung der imaginären, politisch aber durchaus wirksamen Grenze durchzusetzen, willigte Portugal, wenn auch unwillig, in die Aufgabe ihres Anspruchs auf die Kanaren ein.

Damit beginnt um 1500 herum die eigentliche Kolonialisierung der Inseln und das bedeutete vor allem Zwangschristianisierung der Urbevölkerung, den sogenannten Guanchen, und Neuaufteilung des Landes unter die spanischen Einwanderer und Neuregelung der Lehnverhältnisse (Machtverhältnisse). Die Vorstellung, die Guanchen wären mehr oder minder “steinzeitliche” Menschen, die sich mehr oder weniger problemlos dem neuen Glauben unterwarfen, ist sicherlich falsch. Die Tatsachen des langen und harten Wiederstandes spricht eine andere Sprache, auch wenn die Lebensweisen und der Bildungsstand zwischen den spanischen Erobern und den Altkanaren sicherlich enorme Unterschiede aufwiesen. Auch ist es fraglich, inwieweit es sich bei den auf den Inseln lebenden Menschen des frühen 16. Jh.s um ‘echte’ Guanchen handelte, bedenkt man, dass die Insel schon zuvor von Portugiesen und Franzosen in gewissem Maße kolonialisiert wurden.

Fest steht, dass in vielen Büchern (Reiseführern und wissenschaftlichen Abhandlungen gleichermaßen) von einer friedlichen Vermischung der Urbevölkerung mit den Erobern zu lesen ist. Die einen vertreten die Meinung, dass das Urvolk ausgestorben sei (natürlich?), die andern, dass es sich in Ermangelung des eigenen festen Glaubens und aufgrund seines niedrigen Kulturstandes den Erobern mehr oder weniger passiv ergab und ihre Religion, Sitten und Gebräuche aufnahm. Woher diese Annahmen, die als Tatsachen daherkommen, stammen, ist mir nicht ganz klar. Denn die historischen bekannten Tatsachen sprechen eine so gänzlich andere Sprache, dass man daraus nur schlußfolgern kann, hier sei eine spanische Propaganda am Werke, die die Unterjochung einer zuvor bestehenden Kultur bis zur Ausrottung betrieb. Natürlich gehören immer zwei dazu, so dass auch einige der sogenannten “Könige” der Guanchen ihr Volk oder Stamm an die Eroberer verkauften.

Angesichts der Tatsachen, dass die neuen Lehnsherren die Altkanarier sich als Leibeigene hielten und sogar in Spanien auf den Sklavenmärkten verkauften, ist kaum von einer friedlichen Kolonisierung mit anschließend gleichen Rechten für beide Bevölkerungsgruppen zu sprechen. Altkanarische Personennamen findet man nicht oder nur sehr selten unter denen der heutigen Bewohner vor, denn die getauften Altkanarier mussten die Vor- und Nachnamen ihrer spanischen Taufpaten annehmen. Das das Ganze in mehr oder weniger friedlicher Atmosphäre vor sich gegangen sein soll, wie einige Autoren es glauben machen wollen, ist sehr unwahrscheinlich.

“Die Guanchen”

Der Name, der heute noch für die Altkanarier verwendet wird, entstand im Grunde aus einem Missverständnis heraus. Denn der Name bedeutete in der Sprache der Urbevölkerung “die Männer/Söhne aus Teneriffa” (guan: Mann, Sohn; chinechi/achinech: Teneriffa) und bezog sich ursprünglich nur auf diese. Da die Sprache und die Kultur der Altkanarier weitgehend verlorengegangen ist – sicherlich ein Verdienst der spanischen Konquistadoren, die an einer Überlieferung nicht interessiert waren –, ist es außerordentlich schwierig, aus den wenigen Funden ein verlässliches Bild der damaligen Gesellschaft und ihrer kulturellen Konventionen entstehen zu lassen. Die Funde sind dennoch überaus interessant – dazu jedoch an einer anderen Stelle mehr.

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Lange Zeit vertrat man die These, dass die Altkanarier Nachfahren der Cro-Magnon-Rasse aus Südfrankreich waren. Sie sollen seit dem 3. Jh. v. Chr. auf die Inseln gekommen sein. Wie? Auf dem Landweg? Daraus ergab sich sicherlich die irrsinnige Vorstellung, die Guanchen seien eine Mischung aus Berbern und Skandinaviern… Man beschrieb sie als große, hellhäutige und blonde Menschen von, wie es heißt, von einem schönen Wuchs. Ganz anders also als Boccaccio sie im 14. Jh., nämlich als mehr oder weniger grobe Wilde, beschrieb.

Die wissenschaftliche Forschung geht heutzutage davon aus, dass die Guanchen ursprünglich aus Afrika kamen und von den Berbern abstammen. Darauf verweist nicht nur die Nähe der Inseln zum afrikanischen Kontinent, sondern auch zwei weitere Faktoren: Zum einen die überlieferten Kulturerzeugnisse dieser Ureinwohner, wie die Höhlenmalereien und Einritzungen, die auf die Schrift der Berber verweisen (ohne identisch zu sein). Auch einige Ortsnahmen ergeben eine Bedeutung bezieht man sie auf Bezeichnungen in der Berbersprache. Zum anderen gibt es die durschlagende Eigentümlichkeit der Blutgruppe “null negativ”, die sehr selten ist, aber bei den Berbern und der Altkanariern (Nachweise durch Mumien) über dem Durchschnitt häufig vorkommt.

Sehr eigen waren auch deren sozio-kulturellen Sitten und Gebräuche. So waren es die Frauen, die in ihrer Blutslinie die hohen Ämter vererbten, ohne sie selbst auszuüben. Auch hatten sie hohes ansehen in der Sippe oder Stamm und konnten sowohl Priesterinnen mit einem Veto-Recht für wichtige Entscheidungen werden, als auch einfach nur Ehefrauen sein, die sich drei Ehemänner sicherten. Die jeweiligen Ehemänner waren abwechselnd einen Monat lang Mann im Haus und dann anschließend ein Monat lang Hirten auf den Bergen… Man vermutet, dahinter steht ein gewisser Frauenmangel, der dadurch entstanden sein könnte, dass vorwiegend Frauen von den maurischen Piraten und portugiesisch/spanischen Raubexpeditionen als Sklavinnen gefangen wurden.

Die Altkanarier hatten einen Stammesfürsten oder auch “König” genannt, der eine variabel große “Gruppe” von Menschen führte. Offenbar war dieses Amt nicht unbedingt durch Geburt vererbbar, sondern wurde nach Verdienst und Tapferkeit verliehen.

Eigentümlich sind auch die Begräbnisrieten der Altkanarier, die je nach Insel offenbar unterschiedlich ausfallen. Am interessantesten für die Forscher sind die einbalsamierten Mumien, denn das Einbalsamieren ist nur (tatsächlich?) von den Altägyptern und Peruanern bekannt.

Was von den Altkanariern geblieben ist, sind Einritzungen in den Felswänden und vereinzelt Malereien, einfache Erdbehausungen und Höhlensiedlungen aber auch spektakuläre Funde wie die auf Teneriffa (Pyramiden, erhalten nur in Fundamenten) und burgartige Anlagen und große Siedlungen mit einem Friedhof wie auf Fuerteventura (rudimentäre Überbleibsel). Daneben das übliche Geräte-Töpferwaren-Zeug wie überall bei Ausgrabungen. ich weiß nicht, ob man die Lebensweise der Altkanarier tatsächlich mit der der Steinzeitmenschen gleichsetzen kann, sie waren doch mehr Siedler, die das Land bestellten und Nutztiere hielten sowie Werkzeug und Tongeräte produzierten und Tauschhandel trieben. Sie war nur insofern ‘steinzeitlich’, vergleicht man sie mit der Produktions- und Kulturstufe der Europäer.

Offenbar wird noch eine wichtige Quelle, in der die Altkanarier und die Kanaren beschrieben werden, vergessen, nämlich das Buch des Kosmographen Sebastian Münster, herausgegeben 1545. Nachzulesen in dem interessanten wissenschaftlichen Artikel mit entsprechenden Abbildungen:

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“Idealisierender bzw. romantisch verklärter Holzschnitt aus Buch 6 der Cosmographia
(1545) von Sebastian Münster: der Madeira-Archipel als liebliche bis bergige Insellandschaft.
Bemerkenswert ist, dass Münster die Madeiren schon von den Portugiesen bewohnt
darstellt, während er bei den Kanaren hauptsächlich die Ureinwohner beschreibt.”

http://www.almogaren.org/ic-digital/ICDigital_Almogaren_44-45_11_%282014%29.pdf

Und eine sehr schöne Darstellung zu den Altkanariern hier:

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“Carta Geográfica de las YsIas Canarias von 1772. Neben der eigentlichen kartographischen
Darstellung der Kanarischen Inseln, enthält das Blatt zahlreiche ethnologische, geschichtliche,
landwirtschaftliche, städtebauliche, architektonische, verteidigungsrelevante und ökonomische
Hinweise (Reproduktion: Univ. de Las Palmas). Da wir uns hier auf die tafonomischen
Hinweise konzentrieren, können wir uns den eingetragenen Ortsnamen, die teilweise aus der
Sprache der Altkanarier stammen, nicht widmen, zumal es sich um Toponyme handelt, die in
der Fachliteratur bereits bekannt sind und mehr oder weniger schon behandelt wurden. Der
Zeichner der Illustrationen hatte wohl engere Beziehungen zu Lanzarote und Tenerife.”

http://www.institutum-canarium.org/ic-nachrichten/ICDigital_ICN89-1_%282007%29.pdf

Der Name

Der Name “Die Kanaren” leitet sich von der zentralen Insel La Canaria ab, heute Gran Canaria. Seine Bedeutung ist bis heute umstritten, auch wenn sich mittlerweile eine Deutung durchgesetzt hat, die Plinius d. Ä. (23-79 n. Chr.) in seiner “Naturgeschichte” angab. Dort leitet er den Inselnamen von den großen Hunden ab, die dort lebten oder gelebt haben sollten (lat. canis, Hund). Gran Canaris also als die Hunde-Insel… Die allgegenwärtigen Hunde-Verbote (sogar auf Wanderwegen) sind dann wohl spanisch und nicht altkanarisch. Für einige ist die Herleitung jedoch nicht plausibel, weil man keine Skelette solcher Hunde (bisher) gefunden hat. Vielleicht wurden sie schon früh von den Spaniern verboten und ausgerottet?

Fest steht jedoch, dass der Kanarienvogel nach dem Archipel und nicht umgekehrt benannt wurde.

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Krone für das Königreich Spanien, sieben Picos für die sieben Kanarischen Inseln, Blau für den Atlantik, Oceano als Motto (seltsames Motto) und die Hunde als Deutung des namens La Canaria.