Lamin Lodge (II)- Gambias Gesamtkunstwerk (nicht nur) für Segler!

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Auch #Bremerhavener haben es vor uns hierhin geschafft! Auf jeden Fall ein bremerhavener Boot. Ich spreche von dem Lamin Bolong und der unter bestimmten Seglern berühmten #Lamin Lodge von Peter, dem Hamburger, in Gambia. Doch dazu gleich mehr.

Uns erreichten besorgte oder resignierte eMails von Seglern, die quasi ‘auf unseren Spuren’ von Kapverden via Gambia nach Brasilien reisen wollen. Wollten, müßte ich schreiben, denn aufgrund der politischen Veränderungen in Gambia sind offenbar bei einigen zu viele Bedenken entstanden, so dass #The Gambia nicht mehr angelaufen werden soll. Ich versuche sie, nicht zu sehr zu einer Umentscheidung zu überreden, aber vielleicht noch ein klein wenig die Angst von dem Unbekannten zu nehmen. The Gambia, wie es korrekterweise in Absetzung zu dem Fluß “Gambia” oder “Gambia River” heißt,  hat ihren ersten demokratischen Präsidenten – das sollte eigentlich das Gegenteil von Besorgniserregend sein, oder?

Marcel hat bereits von der Lamin Lodge im Beitrag mit der römischen (I) berichtet, doch ich fand im jetzigen politischen Nachklang (siehe hier) so viele Erinnerung via Fotos, dass ich kurzentschlossen noch einmal – und nun zum letzten Mal – einen Artikel dazu nachtragen möchte. Dabei denke ich insbesondere an Heidi und die SY Jatanga, die es vielleicht doch noch nach Gambia via Cabo Verde schaffen…

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Von den wenigen, die es 2016 (und den Jahren davor) nach The Gambia geschafft haben, blieben erstaunlich viele und erstaunlich lange in dem sogenannten Lamin Bolong, so werden breite Seitenarme des Flusses genannt, die eine Art Bassin bilden. Lamin Bolong mit der dazugehörenden Lamin Lodge hat eine gute Lage, ist nämlich nur wenige Seemailen von Banjul entfernt, das man zum Einklarieren als erste Station des Landes anlaufen muss. Dabei darf man sich von den Entfernungen auf der Seekarte nicht täuschen lassen, denn es dauert manchmal länger als man denkt, das angepeilte Ziel zu erreichen. Das liegt an dem anspruchsvolleren Manövrieren in den Seitenarmen, bei dem sowohl die Tide zu beachten ist als auch der starke Tidenstrom. Einige Stellen sind nur dann sicher zu durchfahren, wenn das Wasser bestimmten Pegel erreicht hat. GPS versagt insofern, da es nicht mit dem elektronischen Kartenmaterial übereinstimmt. Wir sind fast immer vermeintlich entweder ‘übers Land gefahren’ oder waren angeblich mit einem ordentlichen Versatz an einer anderen Stelle im Fluss gewesen. Dieser starke Versatz mit seiner südlichen Tendenz war anfänglich enervierend. Später haben wir nur mal so auf das digitale Kartenmaterial geschaut und tatsächlich vor allem gedrucktes Kartenmaterial in Kombination mit ausführlichen (gleichfalls gedruckten) Beschreibungen benutzt. Ich glaube, man sagt dazu wohl neuerdings “old school”, und diese “Alte Schule” der Navigation hat gut geklappt. Wir haben allerdings nie eine der zumeist schrottigen Piers angelaufen, wohl aber gesehen, dass andere Segler es machten. Man muss nur wissen, wann (Wasserstand und die Kanten der Schlicks beachten). Wir präferierten das Ankern im sicheren Abstand davor.

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Morgenstimmung im Bolong.

Ein anderer Grund für die deutliche Vorliebe der Segler, im Lamin Bolong sogar für Jahre – wir wissen es aus erster Hand von einem Seglerpaar mit Kindern (die dort für Jahre zur Schule gingen) – ‘hängenzublieben’, ist die legendäre Lamin Lodge, die von Peter betrieben wird. Peter, ein gebürtiger Hamburger, ist in den 1980er Jahren mit einem Segelboot hierher gekommen. Das Boot ruht irgendwo in den Untiefen des Wassers direkt vor der Lodge. Als einer der ersten  – natürlich der ersten nach den Portugiesen, den Franzosen, den Lettland-Deutschen, den Engländern und Holländern, später dann Schweden und schließlich den Bremerhavenern – baute Peter direkt vor dem Bolong in der dichten Mangrovenlandschaft eine wunderbare Lodge aus Holz mit einem großen Haupthaus und mehreren Nebengebäuden im pagodenähnlichen Stil, die als Unterkünfte für Touristen dienten. In der oberen Etage befand sich ein Restaurant, unten eine Bar und Küche. Diese erste Lamin Lodge ist 2009 abgebrannt. “Wie Zünder”, sagt Peter, “alles war schließlich traditionell aus Holz und Stroh gebaut, brannte es nieder als wahrscheinlich einer der Nachtwächter auf dem Gasherd sich etwas kochen wollte”.

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Das war hoffentlich nicht dieser Nachtwächter.

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Seltsam, von Peter habe ich kein gescheites Foto.

Peter baute die heutige Lodge schnell wieder auf, doch sie ist sichtbar nicht mehr so ambitioniert ausgeführt und geführt. Dennoch, sie verfügt über einen ihr eigenen Charme und sowohl die Boat-Boys als auch die Dorfbewohner (vor allem Männer aber nicht nur), die sich hier gerne niederlassen, tragen viel zu der besonderen Ausstrahlung des Ortes bei. So wird die Lodge nicht nur von Seglern, sondern auch von Touristengruppen angefahren, für die auch schon mal ein “bunter Abend” mit Lagerfeuer, Trommeln, traditionellen Frauentänzen und Gesängen organisiert wird. Wir waren im Winter dort, es war angenehm ruhig (d.h. wenig dieser Veranstaltungen).

Zwar sind die Bauten sicherlich nicht von einem kunsthistorischen Mehrwert, doch sind sie meiner Ansicht nach überaus künstlerisch und die Lodge mit ihrer unmittelbaren Umgebung – der alternativen Bar der Kiffer und Fischer (und Touristenführer), der Austernhaufen, den Arbeitsfeldern der Frauengemeinschaft, der (wie alles andere dort auch vermüllten) Moschee in einiger Entfernung am Dorfrand, dem “Annoncen-Baum” – auf jeden Fall ein sehenswertes “Gesamtkunstwerk”, das ich nicht nur Seglern sehr ans Herz lege!

Hier dümpeln an die 20 Segelboote in einer Art Bucht direkt vor der Lodge – man kann in der Bar, die über zwei Etagen geht, miteinander ein Schwätzchen halten und den halbschlafenden Peter wecken. Peter hat viel zu erzählen, kennt sich in Gambia aus, und weiß Sachen zu berichten, die das neugierige Herz der Segler höher schlagen lassen: Beispielsweise von dem Franzosen, dessen Segeljacht von der Miliz durchsucht wurde. Man entdeckte eine nicht deklarierte Waffe. Schwubs war die Seglercommunity um einen Franzosen ärmer. Sein Boot dümpelt immer noch da. Wie kam es dazu, kontrolliert die Miliz etwa regelmäßig die Boote?!, war unsere besorgte Frage. “Aber nein, überhaupt nicht”, beruhigte uns Peter. “Ein anderer Franzose hat ihn denunziert, mit dem er im Streit lag…” Na dann ist ja alles gut. Wahrscheinlich waren beide Korsen, denke ich mir im stillen.

Auf jeden Fall sollte man nicht auf ein Mahl oder auf ein Sandwich im Restaurant verzichten. Die Mahlzeiten sind simpel – wie überall auf dem Land – aber sehr schmackhaft. Von dem Sandwich war ich richtig angetan. Aber, die Mahlzeiten waren schon häufig um 16:00 “aus”. Was kann man noch in der Lamin Lodge unternehmen? Nun, man kann ein paar Schritte zum Dorf machen (nach rechts), mit Einheimischen schnacken, die dazu immer gerne bereit sind, Fische, Austern und Krabben von den Kanufischern kaufen, Kanufahren, Vögel beobachten, Bier und annehmbaren, dazu kühlen Weißwein bei Peter trinken… die Konkurrenz-Bar besuchen, unbedingt echte Souvenirs (Körbe, auch nach Maß!) bei Mr. Cheap kaufen, die Hunde herzigen und füttern (besondere Hundeliebhaber könnten vielleicht von Dr. Meyer in Serrakunda eine Medizin für die arg verseuchten Ohren der Hund kaufen oder kaufen lassen), einige andere können ordentlich kiffen und dabei den Trommlern zuhören. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass auf Drogenkonsum und -besitz die gleiche Strafe wie auf unerlaubten Waffenbesitz steht: die Gefängnisstrafe nämlich.

Was noch? Man kann die Felder der Frauen (nur Frauen arbeiten ernsthaft in Gambia) besichtigen und den fleißigen Damen (die so herrlich angezogen sind, als ob sie in einer Bar ausgingen) etwas abkaufen oder Lebensmittel verschenken (wir haben ganz viel Reis verschenkt). Man kann sich im Dorf – am besten mittags – in einem der (natürlich) Frauen-Straßenstände etwas auf die Hand geben lassen und – ja man kann es – essen! Nur zu, es ist ein Erlebnis und eine Mutprobe für Etepetete-Menschen. Aber, es sei versichert: a) es schmeckt, b) es ist so durchgekocht, dass keine Bazillen überleben, c) ich (phobischer Mensch) habe es überlebt.

Geht man von der Lamin Lodge nach links, über ein ausgetrocknetes Feld, wo manchmal Kinder Fußballspielen oder Geier hocken, dann erreicht man ein anderes Dorf. Bei den ersten Häusern biegt man nach links in einen waldigen Weg, den man zum Ende durchgeht. Belohnt wird man dann mit herrlichen Honigprodukten aus wild gehaltenen Bienenkönigreichen. Noch nie afrikanischen Honig gegessen oder afrikanische Bienentrauben an den Baobab-Bäumen gesehen? Dann wird es aber Zeit! Unbedingt alle Sorten probieren und sich damit eindecken! Sehr gesund und eine super Einrichtung, eine von den wirklich sinnvollen Hilfsorganisationen, die die Dorfgemeinschaften in der Produktion von Klasse statt Masse unterstützen. Und dabei achten, dass es eine ökologisch verträgliche Produktion bleibt. Kulturell Tradiertes, häufig jedoch Vernachlässigtes und Vergessenes wird wieder reaktiviert. Nicht ohne eine gewisse Brisanz: Nun bringen die weißen Fremden den Einheimischen ihre Traditionen wieder bei.

Auf der Suche nach Fotos und Informationen zu dieser Non-Profit-Organisation stolpere ich über ein interessantes Dokument aus dem Jahr 2000 über die Honigproduktion und die Projekte, die die Europäische Kommission unterstützt. Dort finde ich die Beschreibung, wie in Gambia ‚traditionell‘ Honig geerntet wird. Nämlich indem man das Bienenvolk ausräuchert und abbrennt, also tötet! Ich erfahre daraus, dass durch diese ‚Methode‘ auch die verheerenden Wald- und Buschbrände entstehen. Und ich frage mich, wie ignorant-dumm können Einheimische sein, die um die enge Wechselwirkung zwischen sich selbst und der sie unmittelbar umgebenden Natur eigentlich wissen müssten. Spätestens aus Erfahrung. Auch ist die Rede von gleicherweise ‚traditionellen‘ Honigdieben, die auf die gleiche Art verfahren, daher die Imker ihre Bienenvölker außerhalb der Dörfer verstecken… Manchmal fehlen mir einfach die Worte.

Das interessante Dokument führt nicht nur die sich (damals) engagierenden Hilfsorganisationen (unter anderem die „German Forestry Projects“), sondern auch traditionelle Pflanzen, die als Nutz- und Kosmetikpflanzen wieder Verwendung finden könnten. Für diejenigen, die an der Lektüre Interesse haben (auf englisch) füge ich das PDF-Dokument bei (und hier als Link zu der Internetseite):

Bee and plants products in gambia.

Und weil ich dabei bin: Unbedingt im traditionellem Stil gebauten Hütten besichtigen und – was noch wichtiger ist – Honigcreme kaufen! Das ist das beste für angespannte und trockene Haut, was ich je ausprobiert habe. Ich bin danach süchtig, so gut riecht sie. Offenbar schmeckt sie auch super – Nico leckt sie gerne weg. Schließlich besteht sie nur aus Bienenwachs, Propolis und eben Honig.

Ist man krank oder hatte einen (Boots-) Unfall, so ist das kleine Krankenhaus gleich am Ortsausgang ein guter erster Anlauf bevor man/frau in Panik gerät. Aber etwas Bargeld muß man dabei haben, Kreditkarten werden nicht genommen, und die Vorstellung vom Krankenhaus reduzieren.

Eine super ‘Einrichtung’ sind die Boat-Boys. Junge Männer kommen in Langkanus längsseits und bieten den Hol- und Bringservice an. Man sollte einen “Boy” nehmen, der einem zusagt. Oder einfach den ersten, der es anbietet. Das haben wir gemacht – sein Markenzeichen: schlechte Zähne – und haben es nicht bereut. Man kann alles bestellen, und sogar Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, zum Verkauf anbieten. Es ist eine wunderbare Sache, die man mit Gold aufwerten würde, wenn man selbst auf den Märkten und in der Stadt täglich oder wöchentlich einkaufen müsste, und dieses Erlebnis nicht all zu oft wiederholen wollen würde…

Kein Wunder, dass viele Segler nur diese ca. 5-10 sm von Banjul bzw. von der Flussmündung entfernte Einrichtung “Lamin Lodge” kennenlernen, weil sie einfach davon nicht mehr loskommen. Dabei hat The Gambia, das bis in die 1970er Jahre unter britischer “Führung” stand und jetzt (Anfang 2017) ihren ersten demokratisch gewählten Präsidenten feiert, viel mehr zu bieten. Für Ruhesuchende und Entdecker ist der Fluß ein Gottesgeschenk (noch). Da The Gambia eine britische Kolonie war, ist die Amtssprache Englisch und jeder kann sie gut sprechen, womit die Verständigung überall sehr gut funktioniert. Die Gambier sind sehr neugierig und offen, wer also Schwätzchen halten möchte, ist überall im Land gut aufgehoben. Großes, beliebtes und erstaunlich freizügig angesprochenes Thema ist die Sexualität und das Heiraten. Da braucht man sich nicht zu zieren und mitdiskutieren. Kleiner Tipp: als Frau sollte man das Thema nicht selbst anschneiden. Außer frau möchte viele Heiratswillige auf ihrer “Tanzkarte” eingetragen haben, die es auch ernst meinen.

Beste Segel-Reise-Zeit ist der Winter, da es in der Zeit nicht regnet (weniger Mücken) und nicht zu heiß ist (unter 30 Grad C), zumal auf dem Fluß angenehmer zu leben ist als auf dem Land. Wer möchte, kann sich auch in einer Lodge (es gibt viele!) einmieten und auf das eigene Schiff aus dem Fenster gucken. Zum Beispiel in meinem Lieblingsbolong Bintang – Marcel berichtete schon darüber – , wo man vieles entdecken kann, hervorragendes, täglich gebackenes Baguette, frische Austern/Muscheln essen und sogar zwei deutsche Camper mit Hund (!) antreffen, die in kleinen Wohnmobilen ganz Afrika (und Südamerika) bereisen, und tüchtig schwatzen.

Beim Segeln auf dem Hauptfluß und den Seitenarmen (sehr viele sind schiffbar!) sind selbstverständlich die Untiefen zu beachten, die mit den Wasserständen entstehen bzw. verschwinden. Auch sollte man sich beim Ankern tendenziell immer weit weg von den Ufern halten, zumal im Hauptfluß, da dort ausgedehnte Sand- und Schlickbänke bei Niedrigwasser zum Vorschein kommen. Im Zweifel bei Mittelwasser ankommen und Einheimische fragen. Allerdings muss man ihnen gut erklären, dass man unter dem Schiff noch ein “Schwert” hat, und nicht wie ihre Boote flach ist. Wir haben in den Seitenarmen (den Bolongs und Creeks) häufig mit einem kleinen Heckanker geankert, damit man nicht zu viel schwojt. Auch wenn er hin und wieder ausgebrochen ist, so hat er doch die Schiffsdrehung abgebremst.

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Im Bolong, kurz vor dem “Bassin”.

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Das Feld von hinten aufgerollt. Wir waren die Vorletzten.

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Der Blick nach Hinten. Natürlich, ein Franzose. Hinter uns teilt sich der Bolong.

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Hinter dem großen Netz. Notwendig, wenn man die Abende draußen genießen möchte. (Machen aber nicht viele Segler.)

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Die heutige, vereinfachte, Lamin Lodge – das Gesamtkunstwerk.

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Überall lange Holzstege und aufgeschüttete Dämme. Die Lodge ist in den Mangroven gebaut! Vom Wasser aus gesehen (Foto oben). Und so auf dem Landweg:

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Der Weg von der Lodge zum “Vorort”, einer Art Trabantensiedlung und Werft hinter dem Holztor.

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Vor dem offiziellen Eingang zu der Lamin Lodge. Hier annonciert man.

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Ansichten von der Lamin Lodge, dem Gesamtkunstwerk, der Gang unter dem Haupthaus.

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Hier annonciert ein Deutsch-Gambier. Ist nach Hamburg ausgewandert, dort geheiratet und ist mit seiner Frau mehrere Monate im Jahr in Gambia. Seine betagte Mutter lebt als eine der wenigen – dort ist es furchtbar geworden – noch im alten Zentrum von Banjul. Gerne hätten wir sie besucht, aber … irgendwie reichte die Zeit nicht.

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Mit Blick für Details.

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Ja, richtig gesehen: Links liegt die Bedienung, rechts hockt ein Affe auf dem Tresen. Eine große Horde erscheint immer, wenn Gäste da sind. Sie mögen sogar das scharfe Essen, direkt vom Teller gegriffen. Die Gäste, wenn sie zum ersten Mal hier sind, kreischen schon mal gerne, wenn sie beklaut werden. Vielleicht gefällt das den Affen auch – ich mag es jedenfalls. Engländerinnen können das besonders witzig. Die Affen sich vorsichtig und frech sind sie zugleich. Sie sind übrigens mit erstaunlich langen und scharfen Zähnen ausgestattet! Anfassen sollte man sie jedenfalls nicht. Nico war ganz kirre nach den Affen. Und ihnen sind die Augen aus den Köpfchen vor lauer Staunen über den Hund gefallen.

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Die lieben Hunde von der Lamin Lodge und aus den umliegenden Dörfern. Keiner versorgt ihre Krankheiten, aber zu essen bekommen sie – Abfälle, aber immerhin. Und sie werden nicht vertrieben, sogar von einigen gerne angefasst. (Nicht von den Touristen, die haben wie immer Angst vor irgendetwas.) Hier im Bild ein hübsches Mädchen, ansonsten nur Machos, konnte auf Dauer natürlich nicht gut gehen mit Nico.

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Das ist das Restaurant von Buba, einem Schweiz-Gambier. Was, man sieht es dem Haus nicht an? Nun ja, die Geschäftsidee ist auch leider nicht aufgegangen, “zu unrentabel”, sagt Buba. Das Essen war hervorragend! (Was, man sieht den Tellern das nicht an?)

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Hier feiert Marcel sein Geburtstagsessen, oder war das eine andere Feier?

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Die unmittelbare Umgebung der Lamin Lodge beginnt vor allem mit der “alternativen Bar” der Kiffer (aber man kann auch nur zum Essen und Trinken hingehen).

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Die Kanus sind zum Teil riesig groß. Noch größeren begegneten wir weit draußen vor der Küste. Beleuchtet nur durch das offene Feuer, das auf ihnen zum Kochen brennt. Daher ist es auch nicht ratsam, die Küste nachts anzulafen.

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Wir haben Mr. Cheap, einen alten Gambier vom Dorf nebenan, sehr gerne supported und einen wunderbaren Korb gekauft.

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Haufenbildung I: Austernschalen. Wir hoffen, dass die leckeren Flußaustern diesen enormen Konsum auf Dauer überleben. Daher die Bitte, sie nur mäßig (auch wenn es schwer fallen mag) und nur in der Saison zu essen.

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Haufenbildung II: Müll. Allgegenwärtig und wirklich überraschend überall, wie hier inmitten der Mangroven bei Ebbe.

Müll um die Lamin Lodge. Man weiß nicht, wohin damit. Auch wir sollten den Müll dorthin werfen. Furchtbar. Wir fragten Peter, ob man nicht den Müll an einer einzigen, vom Ort entfernten Stelle sammeln könnte. Bspw. eine tiefe große Grube ausgraben, und das Zeug erst einmal reinwerfen. Antwort: “Man könnte schon, irgendjemand müsste es bloß machen.” Die Antwort darauf haben wir uns “gespart”. Seltsam, dass die vielen Hilfsorganisation, die Gambias Dörfer anlaufen, sich dieses so wichtigen Themas offenbar nie angenommen haben.

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Haufenbildung III: Traditionell hergestellt Bausteine aus Lehm, in der Sonne getrocknet.

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Haufenbildung IV: So baut man jetzt. Ganz modern, Gußbeton. Hält nicht so gut, hat kein eigenes Altern, sondern wird bloß hässlich. So baut man Villen in der Umgebung – wenn man Geld aus dem Ausland hat.

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Entlang der Zufahrtstraße zu der Lamin Lodge. Felder, die man den Mangroven abgetrotzt hat, Mangobäume, Gras und Gebüsch. Dazwischen die magischen Baobab-Bäume, die Elefantenbäume, und natürlich auch Palmen.

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Frauen auf ihren Feldern. Jeden Tag. Jeden Tag schick angezogen.

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Haufenbildung V: Die Felder und Gärten der Frauen. Interessante Methode. Angeblich hat ein Italienisches Hilfswerk den Frauen gezeigt, wie man Selbstversorger wird, auch bei wenig Wasser, und vielleicht sogar zusätzlich etwas erwirtschaftet, das dann auf dem Markt verkauft werden kann. Kommt offenbar bei den Frauen nicht nur hier gut an, sondern auch in anderen Dörfern.

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Bei Ebbe fällt alles trocken um die Lamin Lodge, auch wir haben dann Grundberührung. Kein Problem, alles sehr weich.

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Blick aus dem Turm der Lamin Lodge auf die Mangroven-Landschaft des Flußes.

 

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In der Bar bzw. im Restaurant von Peter – mit der grandiosen Aussicht – kann man ganz locker mit bereits tiefenentspannten Seglern abhängen, oder auch anderen Gästen, Bier oder Wein trinken, oder auch … rauchen… Hier im Bild unsere englischen Segler.

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(Da liegt keine kleine Schlange auf dem Tisch – das sind zwei Kronkorken vor einem Astloch…)

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In einigen Nächten hört man –  ein Klischee, welches nun mal stimmt! – monoton-rhythmische Trommeln. Mit diesen schlafen wir ein. Nicht jeden Abend hören wir den Ruf des Muezzins und die Gebete der Gläubigen, haben uns zu sehr daran gewöhnt. Und manchmal brennt ganz fürchterlich der Busch. Wir wissen nicht, warum. Rodung? Dummheit? Müllverbrennung?

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Segler und Individualreisender, komme nach Gambia! Das Land ist (mindestens) genauso sicher wie die Karibik – nur gaaanz anders.

 

2 Antworten

  1. Eva

    Toller Bericht, vielleicht Inspiration, dort vorbei zu segeln.

    • Joanna

      Eva vielen herzlichen Dank! Auf nach Gambia, kann ich da nur sagen :-)