Willkommen in Rio de Janeiro

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„Frühmorgens warten schon alle Passagiere ungeduldig an Bord, mit Ferngläsern und Kameras bewaffnet; keiner will, sooft er sie auch schon bewundernd gesehen, die berühmte Einfahrt in Rio de Janeiro versäumen.“ Stefan Zweig schreibt diese Zeilen 1941 in seinem berühmten Buch Brasilien. Ein Land der Zukunft. Und weiter: „Diese einstündige Einfahrt in Rio ist ein Erlebnis einziger Art und in ihrem unwiderstehlichen Eindruck nur jener in New York zu vergleichen.“

Um 00:00h Wachwechsel. Steuerbord voraus zeichnet sich bereits der Zuckerhut gegen den Nachthimmel ab. Für eine Stadt mit über sechs Millionen Einwohnern gibt es erstaunlich wenig Streulicht. Ich weiß nicht so recht, ob ich mir meinen fünfzehn Minuten Schlafrhythmus gönnen kann. Der Schiffsverkehr nimmt zu, ist aber noch überschaubar. Etwas über zwanzig Meilen ist Rio de Janeiro noch entfernt. Durch das Fernglas kann ich jetzt die Lichter von Ipanema und Copacabana ausmachen. Der Cristo Redendor, die über dreißig Meter hohe Christusstatue ist schon seit vielen Meilen als Lichtpunkt über der Stadt zu sehen. Doch jetzt kann man auch die Umrisse erahnen. Die Figur scheint über der Stadt zu schweben.

Sonnenaufgang um 06:19h. Eine der berühmtesten Kulissen der Welt wird eingeblendet: Die Copacabana, der Corcovado mit dem Cristo Redentor, der Zuckerhut mit der Seilbahn, die auf den Gipfel hinauf führt und weiter hinten in der Bucht die Skyline des Zentrums.

Um 08:00h fällt der Anker in der Enseada de Botafogo unterhalb des Zuckerhuts und vor dem Stadtteil Urca. Von gegenüber heißt uns Cristo mit ausgebreiteten Armen in Rio willkommen.

3 Responses

  1. Edmund Czapracki

    Ich wär so gern dabei gewesen !!!!!
    Alles gute und weiterhin viel Glück und eine handbreit Wasser unter dem Kiel.
    LG Edmund

  2. Thorsten

    Oje, segelt Ihr etwa rund um die Uhr? Mitternacht und Schichtwechsel? Ich bin verwirrt. Oder ist vor Brasilien so viel auf dem mehr los, dass man da besser rund um die Uhr wache schiebt, so dass man nicht von einem großen Tanker gerammt wird. Das hört sich auf jeden Fall für eine kleine Crew wie Euch nicht besonders entspannt an. Aber jetzt könnt Ihr Euch ja erst einmal wieder ein wenig an der Copacabana erholen.

    • Marcel

      Hallo Thorsten,

      natürlich segeln wir rund um die Uhr. Wie wären wir denn sonst über den Atlantik gekommen? Von Búzios nach Rio war, einmal über Nacht, für uns nur ein Katzensprung. Die Copacabana ist von hier nicht weit. Doch Urca, der Stadtteil in dem wir vor Anker liegen, ist wesentlich ruhiger und zur Entspannung besser geeignet. Ein guter Ausgangspunkt und Rückzugsort in einer 6-Millionen-Stadt. Habe auch mein Yoga-Studio direkt vor der Haus, bzw. Bootstür.

      Gruß nach Austria,

      Marcel